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Wetterthema

11.01.2019

Schneekristalle

In der kalten Jahreszeit ist Schnee in Deutschland nichts Außergewöhnliches, wobei er nicht immer so ungleich verteilt ist wie aktuell. Doch haben Sie sich schon einmal einzelne Schneekristalle genauer angeschaut? Die Formenvielfalt ist erstaunlich.

Wenn es schneit, fallen meist dickere Schneeflocken vom Himmel. Sie entstehen dadurch, dass sich viele Schneekristalle zu einem größeren Komplex zusammenballen. Manchmal erreichen aber auch einzelne Schneekristalle den Boden, so dass man ihre Formen besonders gut unter die Lupe nehmen kann. Dabei fällt auf, dass allen Schneekristallen eine sechseckige Form zugrunde gelegt ist. Da gibt es bienenwabenförmige Plättchen, Säulen mit sechseckigem Grundriss oder sechsstrahlige Sterne.

Doch wie entstehen Schneekristalle überhaupt? Damit es schneien kann braucht man kalte Wolken. Dabei bleiben die kleinen Wolkentröpfchen selbst bei Temperaturen deutlich unter 0 Grad zunächst noch flüssig. Erst bei Temperaturen um -20°C setzt die Vereisung ein, ausgelöst durch irgendwelche Schmutzteilchen. Wasserdampf aus der Luft sublimiert zunächst an die Schmutzteilchen, später dann an die wachsenden Schneekristalle. Wenn von Schneekristallen kleine Spitzen abbrechen, beginnen auch diese durch Sublimation zu größeren Schneekristallen zu wachsen. Auf diese Art schreitet die Vereisung einer Wolke schnell voran, wenn sie einmal begonnen hat.

Die Kristallformen, die entstehen, werden durch die Eigenschaften der Wassermoleküle bestimmt. Wegen der besonderen Struktur der Wassermoleküle sind nur Winkel von 60° und 120° möglich, wodurch sich die sechseckigen Formen bilden. Obwohl die Grundform der Schneekristalle damit festgelegt ist, ist ihre Form im Detail extrem vielfältig. So konnten Bentley und Humphreys im Jahre 1962 über 6000 unterschiedliche Kristallformen dokumentieren.

Die unterschiedlichen Formen der Schneekristalle hängen von der Temperatur und dem Feuchteangebot ab. Sechseckige Plättchen bilden sich bei eher geringem Feuchteangebot, aber sowohl bei knapp unter 0 Grad als auch bei sehr tiefen Temperaturen. Die klassischen Sterne bei hoher Feuchte, aber nur bei über –20 Grad. Sechseckige Säulen sind bei –5 bis –10 Grad und bei unter –20 Grad möglich.

Freitag, 11. Januar 2019

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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