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Wetterthema

23.03.2020

UV-Index

Kann man bereits Ende März einen Sonnenbrand bekommen?

Hoch Jürgen über dem nördlichen Osteuropa sorgt in den kommenden Tagen für kaltes aber sehr sonniges Wetter. Menschen mit empfindlicher Haut sollten die UV-Belastung bereits Ende März nicht unterschätzen, zumindest in Süddeutschland. Zudem ist die Haut nach dem Winter noch kaum gebräunt und daher besonders empfindlich. Die Intensität der Sonnenstrahlung hängt davon ab, wie hoch die Sonne am Himmel steht. Zur Mittagszeit ist dieser Sonnenstand Ende März etwa so hoch wie Mitte September.

Das Sonnenlicht besteht aus einem breiten Spektrum unterschiedlicher Wellenlängen und reicht von energiereichen Röntgenstrahlen mit Wellenlängen unter 0,1 Nanometer (nm, Milliardstel Meter) bis hin zu Radiowellen mit mehreren Metern Wellenlänge. Das sichtbare Licht umfasst einen relativ schmalen Bereich zwischen 380 und 750 nm. Unterhalb von 380 nm beginnt der für unsere Augen unsichtbare ultraviolette Bereich.

Je kürzer die Wellenlänge, desto energiereicher und damit für den Organismus schädlicher ist das Licht. Die Ozonschicht in der Stratosphäre filtert einen Großteil der besonders gefährlichen UV-B-Strahlung zwischen 315 und 280 nm, die langwellige UV-A-Strahlung zwischen 315 und 380 nm erreicht jedoch zum Teil den Erdboden und verursacht in hohen Dosen Sonnenbrand und mitunter auch Hautkrebs.

Die UV-Belastung wird durch den UV-Index ausgedrückt, welcher Werte zwischen 1 (schwach) und 12 (extrem hoch) annehmen kann. Am Montag steigt dieser UV-Index um die Mittagszeit bei wolkenlosem Himmel verbreitet auf Werte zwischen 2 ganz im Norden und 4 ganz im Süden. Im Hochsommer kann er hierzulande Werte zwischen 7 und 8, auf den Bergen sogar bis 10 erreichen. Extrem hohe Belastungen mit Indexwerten von 10 bis über 12 gibt es in den inneren Tropen.

Was bedeuten nun diese Werte? Das hängt vom Hauttyp ab. In Deutschland herrscht mit einem Anteil von 78% der Mischtyp (Typ 3) vor, der bei Index 3 nach etwa 60 Minuten ungeschütztem Strahlungsgenuss einen Sonnenbrand bekommt. Der nordische Typ (Typ 2) ist empfindlicher und sollte unter diesen Bedingungen nach etwa 45 Minuten in den Schatten ausweichen, ganz hellhäutige bereits nach 30 Minuten. Ein ausgedehntes Sonnenbad zur Mittagszeit kann somit schon ausreichen, um sich dieser Tage einen ersten Sonnenbrand zu holen.

Kinderhaut ist übrigens besonders empfindlich. Es empfiehlt sich also entweder die Haut, beispielsweise mit einem Sonnenhut zu bedecken, oder Sonnencreme mit geeignetem Lichtschutzfaktor zu verwenden, welcher die mögliche Aufenthaltsdauer entsprechend vervielfacht. Zum Beispiel kann ein nordischer Typ, der ungeschützt nach 30 Minuten in den Schatten sollte mit Lichtschutzfaktor 10 über fünf Stunden in der Sonne bleiben, was derzeit völlig ausreichen sollte. Denn die UV-Belastung ist am Vor- und Nachmittag bei niedrigerem Sonnenstand deutlich verringert.

Montag, 23. März 2020

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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