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Wetterthema

05.11.2018

Oktoberrückblick

Der Oktober war etwas zu warm, verbreitet zu trocken und auch die Sonne überschritt ihr normales Pensum bei weitem.

Im zweiten meteorologischen Herbstmonat konnten Tiefdruckgebiete zwar an mehr Tagen ihren Einfluss bei uns durchsetzen, unter dem Strich konnten sich aber weiterhin überwiegend Hochdruckgebiete behaupten. Eine typische Westwetterlage mit immer wieder durchziehenden Regengebieten und im Schnitt ausgeglichenem Temperaturniveau blieb erneut aus. Häufig befanden wir uns im Bereich warmer Luftmassen. Eine ausgeprägte Südwestlage brachte gegen Monatsmitte mit Luft vom Mittelmeer und Nordafrika sogar nochmal den Sommer zurück. Ein kräftiger Vorstoß polarer Luft sorgte hingegen um den 28. herum in Süddeutschland für den ersten Wintereinbruch in mittleren und höheren Lagen.

Der Oktober war der siebte zu warme Monat in Folge. Die Temperabweichung fiel mit 1,5 bis 2,2 K (Kelvin, abg. K, wird für Temperaturdifferenzen verwendet. Die Zahlenwerte entsprechen denen der Einheit Grad Celsius, abg. °C) jedoch vergleichsweise moderat aus. Die Abweichung der Monatsmitteltemperaturen vom langjährigen Durchschnitt zeigt die linke Hälfte der Abbildung. Grund für die gemäßigte Schwankung dürfte vor allem die stärkere Abkühlung bei Hochdruckwetter in den längeren Herbstnächten sein. Dies dämpfte die Tagesmitteltemperaturen.

Bis auf den Januar weisen bislang alle Monate des Jahres 2018 ein Niederschlagsdefizit auf. Der Oktober setzte diese Reihe nahtlos fort. Besonders trocken verlief dieser in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen (rechter Teil der Abbildung). Dort fielen nur zwischen 22 und 32 % des klimatischen Solls. Sonst kam verbreitet in etwa die Hälfte des Normalwerts zusammen. Werte von gut 70 % erreichten nur Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

5. November 2018

Dipl.-Met. Rainer Behrendt
hr/ARD-Wetterredaktion

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