Wetterthema | tagesschau.de

Wetterthema

08.08.2018

Wie viel Energie steckt in Gewittern

Am Dienstagabend entluden sich schwere Gewitter über Hessen. Die dabei umgesetzten Energiemengen sind verblüffend hoch.

Vor allem im Raum Marburg fielen innerhalb kürzester Zeit große Regenmengen. Besonders heftig traf es die Ortschaft Kirchhain, wo über 200 Keller vollliefen. In einem nur etwa 10 auf 10 km breiten Gebiet fielen dabei in wenigen Stunden 80 bis 150 Liter pro Quadratmeter.

Die höchste Regenmenge wurde mit 97 Litern pro Quadratmetern in Amöneburg, wenige Kilometer östlich von Marburg gemessen. Mit Hilfe des Niederschlagradars lässt sich jedoch abschätzen, dass in der Region in der Spitze bis fast 150 Liter pro Quadratmeter gefallen sind. Zum Vergleich: die normale Niederschlagssumme für den August in Marburg beträgt gerade einmal 60 Liter.

Bei solch extremen Wetterphänomenen mag man sich fragen, welche Energiemengen dabei im Spiel sind. Der Treibstoff der Gewitter ist der Wasserdampf, der bei der Kondensation sehr viel Energie an die Umgebung abgibt und dadurch die mächtigen Gewittertürmen entstehen lässt und letztendlich als Starkregen oder Hagel wieder zum Erdboden zurückkehrt.

Bei einer angenommenen mittleren Regenmenge von 100 Litern pro Quadratmeter sind auf einer Fläche von 100 Quadratkilometeren also etwa 10 Milliarden Liter Regen gefallen. Bei der Kondensation einer solchen Wassermenge werden etwa 6,5 Milliarden Kilowattstunden Energie frei. In Form elektrischen Stroms würde der in etwa 1,3 Milliarden Euro Kosten und ein mittleres Atomkraftwerk benötigt über 7 Monate um diese Energiemenge zu erzeugen. Das ist natürlich nur eine ganz grobe Abschätzung, die jedoch deutlich macht, welche gewaltigen Energiemengen mitunter über unseren Köpfen umgesetzt werden.

Mittwoch, 8. August 2018

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

Alle Wetterthemen

Darstellung: