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Wetterthema

11.09.2017

Der erste Herbststurm

Am Mittwoch sorgt das Sturmfeld eines kräftigen Atlantiktiefs vor allem im Küstenumfeld für orkanartige Böen.

Ab Dienstag zieht das Tief „Sebastian“ von den Britischen Inseln und Irland über die Nordsee in den Ostseeraum. Südlich seines Zentrums wird die höchste Windgeschwindigkeit erreicht. An der Nordseeküste gibt es voraussichtlich am Mittwochvormittag orkanartige Böen, nachmittags erwartet man den Höhepunkt an der deutschen Ostseeküste. Aber auch in der Norddeutschen Tiefebene und in den Höhenlagen der Mittelgebirge sind schwere Sturmböen, auf dem Brocken auch Orkanböen möglich.

Warum häufen sich in unseren Breiten vor allem im Herbst und Winter schwere Stürme? Aktuell verkürzen sich die Tage in den hohen Breiten spürbar, und die Temperatur sinkt in den länger werdenden Nächten entsprechend stark ab. In südlicheren Gefilden hält sich die Wärme auch aufgrund der noch warmen Wassertemperaturen länger. Hier verringert sich die Sonneneinstrahlung ebenfalls, jedoch eben nicht in dem Maße wie im hohen Norden, wo die tief stehende Sonne im Winter dann fast keine Wärme mehr liefern kann.

Nun versucht die Atmosphäre diese großen Unterschiede auszugleichen, indem warme Luft nach Norden und kalte nach Süden transportiert wird. Diese Umverteilung geschieht in den mittleren Breiten am effektivsten durch Tiefdruckwirbel, deren Entstehung im Detail recht kompliziert ist, die jedoch prinzipiell von Temperaturunterschieden angetrieben wird.

Zudem verlagern sich die Zugbahnen der Tiefs im Winterhalbjahr weiter nach Süden und kommen so dem europäischen Festland mitunter gefährlich nahe. In seltenen Fällen, wie beispielsweise beim verheerenden Orkan Lothar vom 25.12.1999, ziehen die Stürme auch über Land und richten dann mitunter großen Schaden an. Jedoch ist das Zerstörungspotential solcher Orkane noch deutlich geringer als bei tropischen Wirbelstürmen, die ihre Energie aus gigantischen Feuchtigkeitsmengen beziehen, die über warmen Meeresoberflächen tropischer Ozeane verdunsten.

Der Temperaturausgleich, den ein außertropisches Sturmtief bewirkt hält jedoch nicht lange vor, so dass es im Laufe des Herbstes und Winters wiederholt zu starken Stürmen kommen kann, bevor im Frühling die Sonne die hohen Breiten erneut mit Wärme versorgt und sich die Temperaturunterschiede wieder abbauen.

Montag, 11. September 2017

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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