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Wetterthema

16.06.2017

Der Wetterbericht

Über das Wetter unterhält sich fast jeder jeden Tag. Die Informationen, wie das Wetter werden soll, stammen dabei oft aus einem Wetterbericht. Dieser wird über das Internet, Zeitungen, Radio und das Fernsehen verbreitet. Doch wie entsteht überhaupt so ein Wetterbericht und welche Daten fließen in den Wetterbericht ein?

Am Sonntag vor allem im Norden und Westen gebietsweise noch stärker bewölkt. Immer häufiger aber Sonne und trocken. 20 bis 29 Grad. So lautet beispielsweise die Vorhersage für den kommenden Sonntag. Doch wie entsteht eine solche Vorhersage?

An erster Stelle für die Wettervorhersage steht die Datengewinnung. Durch unzählige Wetterstationen, Satellitenmessungen, Radiosondenaufstiege, Radarmessungen usw. erfasst man weltweit Wetterdaten. Diese werden dann an Wettercomputer übermittelt, um dort als Grundlage für Auswertungen und Prognosen dienen zu können. Zur Datenverarbeitung und Aufbereitung werden Wettermodelle verwendet. Diese berechnen für die Zukunft mittels komplexer und umfangreicher Algorithmen die Verteilung von unterschiedlichen Parameter, wie beispielsweise Luftdruck, Temperatur, Feuchte, Niederschlag und etliche mehr. Dabei gibt es viele verschieden programmierte Wettermodelle. Das heißt jedes Modell rechnet mit anderen Algorithmen, wodurch sich Unterschiede zwischen den einzelnen Modellprognosen ergeben. Außerdem hat jedes Modell eine andere Auflösung, wodurch manche Modelle nur relativ großräumig die Verteilung von Druck, Temperatur, Feuchte, etc. darstellen können, während zum Beispiel Lokalmodelle eine viel höhere Auflösung besitzen und auch Prognosen für kleinräumige Gebiete wie Mittelgebirgszüge erstellen können.

Die Aufgabe des Meteorologen ist es nun mit seiner Erfahrung, seinem theoretischen Hintergrund und mit Hilfe der unterschiedlichen Modelle einen Wetterbericht zu verfassen. Zusätzlich betrachtet er aktuelle Wetterdaten. Nachdem sich der Meteorologe einen Überblick über alle relevanten Parameter verschafft hat und er ein Bild im Kopf hat, wie sich das Wetter in den kommenden Stunden und Tagen entwickeln wird, formuliert er schließlich den Wetterbericht. Dabei weiß er, welches Modell in welchem Bereich seine Stärken und wo es seine Schwächen in den Prognosen hat. Die Kunst ist es dabei die erhaltenen Informationen möglichst prägnant und für den Laien verständlich zu verarbeiten. Anschließend stellt der Meteorologe den fertiggestellten Wetterbericht online. Außerdem gibt er ihn an das Radio, die Grafiker und den Moderator weiter. In der Grafik werden Wind-, Wolken- und Niederschlagsanimationen, sowie Temperaturkarten erstellt. Zu diesen Karten, die Sie liebe Leserinnen und Leser dann im Fernsehen sehen können, präsentiert der Moderator nun den Wetterbericht.

Es steckt also speziell für das Fernsehen großes Know how, viel Arbeit und ein umfangreiches Team hinter der Produktion eines Wetterberichts.


16. Juni 2017
Dipl.-Met. Marcel Schmid
ARD - Wetterredaktion

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