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19.05.2017

Regenrekorde

Bei Gewittern können innerhalb kürzester Zeit immense Regenmengen fallen. Welche Rekorde wurden bisher gemessen?

Am Donnerstag und in der Nacht auf Freitag gab es in einigen Landesteilen schwere Gewitter mit Starkregen. In Engerode in Niedersachsen wurden innerhalb weniger Minuten Straßen überflutet, auf der A2 bei Eisleben kippte infolge eines Platzregens ein Lastwagen mit etwa 2000 lebenden Enten, Gänsen und Hühnern um.

In Winterbach bei Stuttgart fielen innerhalb kurzer Zeit 44 Liter pro Quadratmeter, in Hankensbüttel in Niedersachsen wurden 41 Liter gemessen. Da Starkregen sehr kleinräumige Ereignisse sind, fielen andernorts sicherlich noch höhere Mengen, die jedoch mangels Messstation nicht erfasst wurden. Auch am Freitag drohen in der Osthälfte erneut schwere Gewitter mit Starkregen über 35 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit.

Den bisherige deutschen Platzregen-Rekord hält Füssen im Allgäu: dort fielen bei einem Gewitter am 25.5.1920 innerhalb von nur acht Minuten 126 Liter pro Quadratmeter. Das ist fast soviel wie das dortige Mai-Soll von 140 Litern. Der weltweit stärkste Platzregen wurde am 26.11.1970 auf Guadeloupe (Frz. Antillen) gemessen. Dort fielen innerhalb nur einer Minute sage und schreibe 38,1 Liter auf den Quadratmeter. Zum Vergleich: beim Duschen werden etwa 9 bis 18 Liter pro Minute verbraucht.

Innerhalb eines Tages fielen am 12.8.2002 in Zinnwald im Erzgebirge 312 Liter pro Quadratmeter, den Weltrekord hält Cilaos auf der Insel Réunion bei Madagaskar, wo am 15./16.3.1952 1870 Liter auf den Quadratmeter fielen. Hierzulande gelten verbreitet 60 bis 80 Liter pro Tag bereits als ein Jahrhundert-Ereignis, in den Bergen liegt diese Schwelle, jedoch deutlich höher, da hier Staueffekte zu höheren Niederschlagssummen führen können als im Flachland.

Die höchste Jahressumme beträgt in Deutschland 3503 Liter auf den Quadratmeter, gemessen 1970 in Balderschwang im Allgäu. Dieser Wert verblasst jedoch gegenüber den 26 461 Litern, die 1860/61 in Cherrapunji, Indien auf einen Quadratmeter fielen. Das entspricht einer Wassersäule von über 26 Metern!

Die geringste Niederschlagsmenge innerhalb eines Jahres fiel in Deutschland im Jahr 1911 in Straußfurt, Thüringen: 252 Liter pro Quadratmeter. Ganze Monate ohne Niederschlag gibt es in Deutschland immer wieder, zuletzt verbreitet im April 2007. Die weltweit längste Dürre wurde bisher in Calama in der Atacama-Wüste in Chile beobachtet und dauerte von ca. 1571 bis 1971.

Freitag, 19. Mai 2017

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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