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Wetterthema

22.02.2017

Sturm an Weiberfastnacht

Zum Auftakt des Straßenkarnevals zieht ein Sturm über Deutschland.

Am Donnerstag zieht ein kräftiges Sturmtief von den Britischen Inseln und Irland über die Nordsee nach Schleswig-Holstein und weiter zur Ostsee. Die stärksten Windböen treten südlich des Tiefdruckkerns über der Mitte Deutschlands auf. Hier treten schwere Sturmböen im Flachland auf, im Westen sind sogar orkanartige Böen möglich.

Bereits am Vormittag frischt der Wind in Nordrhein-Westfalen und im westlichen Niedersachsen auf. Der Höhepunkt des Sturms wird hier voraussichtlich am Nachmittag und am frühen Abend erreicht. Im Laufe der ersten Nachthälfte verlagert sich das Windfeld weiter ostwärts und erreicht am späten Abend die Spree. Bis zum Freitagvormittag ist dann auch im Osten der Sturm wieder abgeflaut.

Windgeschwindigkeit wird in unterschiedlichen Einheiten angegeben. Da wären zunächst einmal die Windstärken von 1 (Windstille) bis 12 (Orkan), die auch Beaufort (abgekürzt Bft) genannt werden. Der Name dieser Einteilung geht auf den britischen Admiral Sir Francis Beaufort zurück, der eine bereits von dem Ingenieur John Smeaton entwickelte und von dem Hydrografen Alexander Dalrymple weiterentwickelte Skala während seines Kommandos auf dem Schiff Woolwich im Jahre 1806 angewendet hat, um einzuschätzen, welche Segel bei einem Vollschiff bei der entsprechenden Windstärke zu setzen sind.

Zudem wird die Windgeschwindigkeit in Metern pro Sekunde, Kilometern pro Stunde und Knoten angegeben. Um die Verwirrung noch zu steigern wird noch zwischen dem Mittelwind und den Spitzenböen unterschieden. Denn bei starkem Wind ist die Luftströmung sehr turbulent. Das lässt sich mit einem Gebirgsbach vergleichen dessen Oberfläche normalerweise glatt ist, nach einem ergiebigen Regen jedoch stark gekräuselt und unübersichtlich erscheint. Beim Wind äußert sich dieser Effekt in einem Wechsel relativ ruhiger Phasen mit plötzlichem Auffrischen.

Diese sogenannten Windböen verursachen den größten Schaden und sollten dementsprechend möglichst gut abgeschätzt werden Der Übersicht halber werden hier nun die Benennungen der Spitzenböen mit den zugehörigen Windgeschwindigkeit und dem Zerstörungspotenzial in Verbindung gebracht:

Stürmische Böen: Windstärke 8 und 62 bis 74 km/h. Große Bäume werden bewegt, Fensterläden geöffnet, und, Zweige brechen von Bäumen ab.

Sturmböen: Windstärke 9, 75 bis 88 km/h. Äste brechen ab, kleinere Schäden an Häusern entstehen, Ziegel und Rauchhauben werden von Dächern gehoben, Gartenmöbel werden umgeworfen und verweht, das Gehen wird erheblich erschwert.

Starke Sturmböen: Windstärke 10, 89 bis 102 km/h. Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen, Gartenmöbel werden weggeweht, größere Schäden an Häusern entstehen.

Orkanartige Böen: Windstärke 11, 103 bis 117 km/h. Es kommt zu schweren Schäden an Wäldern (Windbruch), Dächer werden abgedeckt, Autos werden aus der Spur geworfen, dicke Mauern werden beschädigt, Gehen ist unmöglich.

Orkanböen: Windstärke 12, über 117 km/h. Es kommt zu schwersten Sturmschäden und Verwüstungen; kommt aber im Landesinneren nur sehr selten vor.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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