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Wetterthema

17.02.2017

Teures Gemüse

Vielleicht haben Sie es beim Einkaufen bemerkt: Eine gesunde Ernährung mit Obst und Gemüse kostet zurzeit verhältnismäßig viel. Welchen Zusammenhang zur Witterung der letzten Wochen gibt es dabei?

Unsere Grafik zeigt die Besonderheiten der Witterung seit Anfang Dezember. Der nun langsam zu Ende gehende Winter war in Nordeuropa zu nass und zu warm. Deutlich zu trocken zeigte er sich hingegen in Westeuropa und bei uns. Rund ums Mittelmeer regnete es sehr viel, zum Teil deutlich mehr als üblich. Dazu erlebte man dort vor allem im Osten unterdurchschnittliche Temperaturen.

In Europa sind wir es gewohnt, dass es in den Supermärkten das ganze Jahr über reichlich Obst und Gemüse gibt. Möglich wird das unter anderem durch Importe aus Südeuropa. Dort wird auch im Winter einiges unter freiem Himmel angebaut. In nahezu ganz Südeuropa war der Regen in den letzten Wochen ein Problem. So standen viele Felder in Spanien schon im Dezember unter Wasser. Der Eisbergsalat und diverses Gemüse wie Gurken oder Tomaten konnten nicht geerntet werden und neue Pflanzen nicht gesetzt werden. Das Angebot wurde knapper und die Preise stiegen. In Südfrankreich ist die Ernte des Blattsalats weitgehend ausgefallen. Auch in Italien, Griechenland und in der Türkei stockte das Wachstum, betroffen waren unter anderem Wirsing, Fenchel, Petersilie und Dill. Am östlichen Mittelmeer erwies sich nicht nur die Feuchtigkeit als ungünstig, dort war es auch über längere Zeit spürbar kälter als im Schnitt. In den letzten Wochen gab es sogar Importe aus Ägypten und den USA, um das Unterangebot bei uns etwas abzufedern.

Wann erholen sich die Preise und was können wir aus dieser Sache lernen? In Spanien herrschen schon seit einigen Tagen wieder günstige Wachstumsbedingungen. Der Eisbergsalat braucht 45 Tage, bis er gewachsen ist. Aber auch in den anderen Regionen Südeuropas wird es in der nächsten Woche sehr mild und zumindest vorübergehend auch trocken sein. Lebensmittel sind wertvoll und es gibt eine Saison für Obst und Gemüse. So könnte man öfter auf heimische Alternativen zurückgreifen. Bei uns laufen zurzeit beispielsweise der Rotkohl, der Weißkohl und die Rote Bete.

Freitag, 17. Februar 2017

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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