Wetterthema | tagesschau.de

Wetterthema

04.08.2020

Hurrikane, Taifune und Zyklone

Wo können weltweit Hurrikane, Taifune und Zyklone auftreten?

In der Nacht auf Dienstag (Ortszeit) ist der Hurrikan "Isaias" im US-Bundesstaat North Carolina mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h auf Land gestoßen. In den betroffenen Gebieten drohen Sturmfluten Überschwemmungen und starke Winde. In der Folge verlagert sich der Sturm unter Abschwächung mit etwa 35 km/h in Küstennähe nordostwärts weiter.

Ebenfalls in der Nacht auf Dienstag ist der Taifun "Hagiput" im Osten Chinas in der Provinz Zhejiang mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 135 km/h auf Land getroffen. Bis Mittwochmorgen soll er jedoch wieder zurück aufs Meer in Richtung koreanische Halbinsel ziehen.

Vom 23. bis 30. August 2005 tobte "Katrina", ein Hurrikan der höchsten Kategorie fünf im Golf von Mexiko und kostete in New Orleans etwa 1800 Menschen das Leben. Infolge von Spitzenböen von über 340 km/h und geschätzten Flutwellen bis über 8 Meter Höhe brachen die Deiche des unterhalb des Meeresspiegels liegenden Lake Pontchartrain, wodurch weite Teile der Stadt in den Wassermassen versanken.

Wie kann solch ein zerstörerischer Sturm überhaupt entstehen? Die wichtigste Grundvoraussetzung ist eine hinreichend hohe Temperatur des oberflächennahen Meerwassers. Ab etwa 27 Grad Wassertemperatur verdunstet genug Feuchtigkeit über den Ozeanen, damit eine sog. tropischen Depression, der Vorläufer eines Wirbelsturms, entstehen kann. Damit sich dieses Tiefdruckgebiet in Rotation versetzt, muss die ablenkende Kraft der Erddrehung wirksam werden. Das ist direkt am Äquator nicht der Fall, wie man an der Verteilung der tropischen Wirbelstürme auf der Karte gut erkennen kann. Erst etwa ab 5 Grad nördlicher bzw. südlicher Breite ist die Wirkung der sog. Corioliskraft stark genug, um einen Wirbelsturm entstehen zu lassen.

Wenn man sich die Verteilung aller zwischen 1985 und 2005 beobachteten Wirbelstürme auf der Weltkarte ansieht, so bemerkt man, dass es bestimmte Regionen auffällig hoher Sturmdichte gibt. Überall dort sorgen besonders warme Meeresströmungen für die notwendigen Wassertemperaturen. Die Bezeichnung Hurrikan wird für Wirbelstürme verwendet, die im Atlantik und im Ostpazifik nahe der Mexikanischen Küste ihr Unwesen treiben. Im Westpazifik, nördlich des Äquators, nennt man sie Taifun. Dort können sich aufgrund der großen freien Wasserflächen die stärksten Stürme auf diesem Planeten entwickeln. Im Indischen Ozean und südlich des Äquators schließlich nennt man sie Zyklone. Dort sind sie nicht minder zerstörerisch wie uns Zyklon "Nargis" 2008 lehrte. Ihm fielen in Birma nach amtlichen Schätzungen mindestens 77 000 Menschen zum Opfer.

Dienstag, 4. August 2020

Tim Staeger ARD-Wetterredaktion

Alle Wetterthemen

Darstellung: