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Wetterthema

05.02.2016

Kaltfront

Wie entsteht eine Kaltfront und welches Wetter bringt sie mit?

Beim Durchgang einer Kaltfront ändert sich das Wetter innerhalb kürzester Zeit sehr markant. Im Idealfall gibt es eine typische Abfolge von Wettererscheinungen, die dadurch ausgelöst werden.

Tiefdruckgebiete entstehen an der Grenze zwischen tropischer Warmluft und polarer Kaltluft, der sogenannten Polarfront, und gleichen diese Temperaturgegensätze großräumig aus. Da sie sich auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn drehen, wird östlich der Tiefs, auf der Vorderseite warme Luft nach Norden transportiert. Im Gegenzug gelangt die kalte Polarluft im Westen hinter dem Tief, sozusagen auf seiner Rückseite nach Süden.

Die Grenze zwischen der nach Norden strömenden, wärmeren und der sich davor befindenden kühleren Luft wird Warmfront genannt. In Wetterkarten ist sie durch rote Halbkreise entlang der Frontlinie gekennzeichnet. Im Gegensatz dazu nennt man die Grenze zwischen der nach Süden strömenden Kaltluft und der sich davor befindlichen wärmeren Luftmasse die Kaltfront, welche anhand blauer Dreiecke markiert wird.

An der Warmfront gleitet die warme Luft wie auf einer schiefen Ebene über die davor liegende Kaltluft auf. Dabei kommt es zunächst zu hoher, schichtartiger Bewölkung, später setzt dann leichter aber mitunter länger anhaltender, auch Landregen genannter Niederschlag ein, wie sich am Freitag in weiten Teilen Deutschlands beobachten ließ.

Die von Norden bzw. Nordwesten kommende Kaltluft schiebt sich aufgrund ihrer höheren Dichte unter die vor ihr liegende Warmluft. Dabei wird ein intensiverer Hebungsprozess eingeleitet, als bei einem Warmfrontdurchgang. Entsprechend bilden sich auch eher haufenförmige Wolken. Bevorzugt im Sommer kommt es dann zu starken Gewittern und es fällt recht intensiver und schauerartiger Regen, aber auch am Rosenmontag, wenn eine Kaltfront den Narren auf dem Höhepunkt des Straßenkarnevals ruppiges Wetter beschert, sind einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen. Zudem fällt der Luftdruck bei der Passage der Kaltfont innerhalb kurzer Zeit deutlich ab und die Windrichtung dreht sich typischerweise von Südwest auf Nordwest, wobei der Wind böig auffrischt und die Temperatur um mehrere Grad absinkt.

Am 31. Dezember 1978 wurden mittags in München plus 13 Grad gemessen. In der Silvesternacht zog die sogenannte Jahrhundert-Kaltfront südwärts über Deutschland und in der rückseitigen Polarluft betrug die Höchsttemperatur am 1. Januar in München minus 15 Grad! Ganz so extrem wird es am Rosenmontag nicht werden, aber auch beim Wetter dürfte es dann wohl recht närrisch zugehen.

Freitag, 5. Februar 2016

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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