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Wetterthema

24.10.2014

Erneut ruhiges Herbstwetter

Das turbulente Intermezzo mit Sturm, Regen und Schneemassen in den Alpen ist nun wieder vorbei. Wir kehren zu ruhigem Herbstwetter zurück. Zunächst beschäftigt uns noch ein schwacher Tiefausläufer, danach erwartet uns wieder Sonne und Nebel.

Die Schneefälle an den Alpen sind nun abgeklungen. Noch am Dienstag lag auf der Zugspitze kein Schnee, am heutigen Freitagmorgen sind es 1,05 Meter. In den Tälern reichte es wegen des warmen Bodens und zeitweiliger Plusgrade nicht für derartige Schneehöhen, obwohl auch dort zum Teil über 100 l/m² Niederschlag in 48 Stunden gefallen sind. In den höchstgelegenen Ortschaften Deutschlands, wie Oberstdorf, Mittenwald oder Oberjoch, sind es 10 bis 50 Zentimeter geworden. In Tirol geht die Besiedelung deutlich höher hinauf als auf deutscher Seite. Aus einigen Orten werden dort 50 bis 100 Zentimeter Neuschnee gemeldet.

Am Samstag beschäftigt uns nochmals ein abgeschwächter Tiefausläufer. Er sorgt für einen vielfach bedeckten Himmel, jedoch für nicht allzu viel Regen. Im Osten und Südosten, vor allem vom östlichen Bayern über Sachsen bis zur Lausitz ist es vor dem Tiefausläufer zum Teil noch länger freundlich.

Am Sonntag setzt sich dann überall ruhiges Hochdruckwetter durch. In den unteren 1500 Metern ist die Luft jedoch noch sehr feucht, eine Hinterlassenschaft des Tiefausläufers vom Vortag. Vielerorts ist deshalb mit einer Hochnebelschicht zu rechnen, aus der nur wenige Berge herausschauen. Im Tagesverlauf kann sich auch in tieferen Lagen hier und da die Sonne durchsetzen.

Das Hochdruckwetter dauert in der kommenden Woche erst einmal an. Doch was bedeutet das für unser Wetter? In einem Hochdruckgebiet sinkt die Luft aus größeren Höhen langsam ab, erwärmt sich und trocknet aus. Dadurch schrumpft die feuchte Grundschicht, ohne weiteres Zutun verschwindet sie jedoch nicht. Die Nebelschicht wird dünner, es schauen immer mehr Berggipfel aus ihr heraus, in den Tälern kann sich der Nebel jedoch zäh halten. Erst eine Durchmischung der feuchten Grundschicht mit den trockenen und wärmeren Luftschichten darüber würde den Nebel auch in den Niederungen dauerhaft beseitigen. Das kann durch starken Wind erfolgen, der aber in absehbarer Zeit nicht wehen wird. Im Sommer würde die Sonne so stark einheizen, dass die Luft von unten aufsteigen und sich mit der trockenen Luft darüber mischen würde. Die Sommersonne beseitigt eine Nebelschicht meist in wenigen Stunden. Jetzt Ende Oktober klappt aber auch das oftmals nicht mehr.

In der ersten Hälfte der kommenden Wochen ist es auf den Bergen also meistens sonnig. In den Niederungen kommt man mit Glück und am ehesten nachmittags in den Genuss von Sonnenschein. Vor allem an Donau, Rhein, Main und anderen kleineren Flüssen wird es oftmals längere Zeit grau bleiben. Im Nebel ist es kühl, bei Sonnenschein für Ende Oktober sehr mild. Wer sich auf die Berge begibt, bekommt vielleicht einen Anblick wie auf unserem Foto geboten. Das Bild entstand während der letzten von hohem Luftdruck geprägten Lage vor einer Woche.

Freitag, 24. Oktober 2014

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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