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Wetterthema

27.03.2015

Der April macht was er will

Warum ist das Wetter im April und auch bereits Ende März häufig so wechselhaft?

Typisches Schauerwetter ist durch die rasche Abfolge kurzer, aber intensiver Niederschlagsereignisse charakterisiert, die von sonnigen Abschnitten unterbrochen sind. Der Niederschlag wird hierbei ausgelöst, weil Luftmassen nach oben aufsteigen, abkühlen, der Wasserdampf kondensiert und schließlich als Regen, Graupel oder Schnee wieder den Erdboden erreicht. Prozesse, bei denen sich Luft vor allem in der Senkrechten verlagert, werden als konvektiv bezeichnet, im Gegensatz zu waagerechten Strömungen, die beispielsweise großflächigem Landregen auslösen.

Eigentlich möchte die Luft sich gar nicht bewegen, schon gar nicht nach oben. Doch steigt die Sonne im Tagesverlauf hoch genug am Himmel auf und hat dadurch genug Kraft, die bodennahen Luftschichten hinreichend zu erwärmen, fangen am Nachmittag Warmluftblasen an, vom tieferen Schichten aus aufzusteigen. Dabei kühlen sich diese jedoch ab, da der Umgebungsdruck nach oben hin abnimmt – es drückt eben weniger von oben – und sich die Luft dadurch ausdehnen kann. Dadurch wird die Luft schwerer und sinkt wieder ab. Wenn nun jedoch die Luft in höheren Schichten sehr kalt ist, bleibt die aufsteigende Warmluftblase trotz eigener Abkühlung noch wärmer als die Umgebung, in die sie hinaufsteigt. Dadurch erfährt sie weiteren Auftrieb und wir haben die Konvektion, welche die kräftigen Schauer auslöst. Diesen Zustand bezeichnet man in der Meteorologie eine labil geschichtete Atmosphäre.

Im April und bereits eben auch schon Ende März sind nun häufig beide Zutaten für Schauer gegeben: die Sonne steht mittags bereits über 45 Grad hoch am Himmel und kann die bodennahen Luftschichten zum Nachmittag hin schon kräftig erwärmen. Auf der anderen Seite kann noch sehr kalte Luft aus hohen Breiten nach Deutschland gelangen, wodurch Schichtung der Atmosphäre labil wird.

In der Folge entwickeln sich nach freundlichem Beginn typischerweise nachmittags vermehrt Regen-, Graupel und im Bergland auch Schneeschauer, sogar einzelne Gewitter sind möglich. Am Freitag ist dies in weiten Teilen Deutschlands außer im Südwesten gut zu beobachten. In den nächsten Tagen geht es wechselhaft weiter, dabei kann es neben typischem Aprilwetter auch mal länger andauernd regnen. Vor allem am Sonntag und eventuell auch am Dienstag wird es dazu auch recht stürmisch, was dann wohl eher an typisches Herbstwetter erinnern dürfte.

Freitag, 27. März 2015

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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