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Wetterthema

23.04.2014

Gewitterarten

Gewitter können je nach der Wettersituation in der sie auftreten im Wesentlichen in zwei Kategorien eingeteilt werden.

Luftmassengewitter sind auch als Wärmegewitter bekannt und entstehen in einer einheitlichen Luftmasse. Wenn die Sonne den Boden tagsüber kräftig aufheizt, können Warmluftblasen bis in zunehmend größere Höhen aufzusteigen und sich im Tagesverlauf immer mächtigeren Quellwolken und schließlich zu einzelnen Gewittern formieren. Im Durchschnitt beobachtet man Wärmegewitter über Land am häufigsten am späten Nachmittag und frühen Abend. Im Vorfeld wird die in der Regel relativ feuchte Luftmasse als drückend schwül empfunden. Im Nachgang kühlt es nur vorübergehend ab, denn ein Wärmegewitter leitet als lokales Ereignis keine Veränderung der Wetterlage ein.

Eine Umstellung der Wettersituation stellt hingegen ein Charakteristikum von Frontgewittern. Sie treten im Zusammenhang mit dem Wechsel von Luftmassen auf. Die Übergangszonen zwischen unterschiedlichen Luftmassen werden in der Meteorologie Fronten genannt. Die meisten und heftigsten Frontengewitter beobachtet man bei uns im Sommer, wenn subtropische Warmluft, die aus dem Mittelmeergebiet nach Deutschland gelangte, aus Westen von kühler Atlantikluft verdrängt wird. In Verbindung mit einem solchen Luftmassenwechsel überquert eine Kaltfront Deutschland von West nach Ost. In ihrem Vorfeld steigt die Warmluft großflächig auf, was der Entstehung zahlreicher Gewitter den Weg ebnet. Frontgewitter können prinzipiell zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten.


23. April 2014

hr/ARD-Wetterredaktion

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

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