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Wetterthema

15.12.2017

Alle Jahre wieder wird diese Frage an die Meteorologen-Zunft gerichtet

Und jedes Jahr müssen die Interessenten bis kurz vor das Fest vertröstet werden. Denn der Vorhersagehorizont reicht oft nur etwa 3 Tage weit in die Zukunft, manchmal sogar weniger als 24 Stunden, wie beispielsweise im Jahr 2008, als am 23.12. pünktlich für Heiligabend ein sogenannter Kaltlufttropfen über die Wetterkarten eierte, Höhenkaltluft, welche das Wettergeschehen unwägbar machte, und den Meteorologen landesweit die Sorgenfalten auf die Stirn trieb.

Dann gibt es ja noch das Weihnachtstauwetter, ein Witterungsregelfall, der in zwei von drei Jahren mit einer südwestlichen Strömung kurz vor den Feiertagen zu einer markanten Milderung führt und eine eventuell vorhandene Schneedecke unerbittlich in die flüssige Phase zurück überführt.
Auch dieses Jahr deutet sich in der Woche vor Weihnachten nach einem nasskalten, in Lagen oberhalb etwa 400 Metern auch winterlichen Witterungsabschnitt zunächst eine Wetterberuhigung und eine Milderung an, Doch pünktlich zu den Feiertagen könnte es zu einem erneuten Wintereinbruch mit Schnee bis ins Flachland kommen. Die Prognosen sind aber gut eine Woche vor dem Termin noch nicht verlässlich. Wie heißt es so schön: Der Konjunktiv ist des Meteorologen bester Freund ...
Aber ein paar harte Fakten gibt es trotzdem: Die Beobachtungen vergangener Jahrzehnte haben gezeigt, dass in den Niederungen die Wahrscheinlichkeit für Weiße Weihnachten, also für eine geschlossene Schneedecke von mindestens einem Zentimeter an einem der drei Feiertage lediglich bei 0 bis 30 Prozent liegt. Mit zunehmender Höhe steigt diese nahe liegender Weise an, 100-prozentige Sicherheit gibt es aber nur in den Gipfellagen der Mittelgebirge und in den Alpen oberhalb von etwa 1500 Metern.
Weiße Weihnachten in ganz Deutschland gab es das letzte Mal übrigens 2010, davor 1981, das ist also ein sehr seltenes Ereignis. Und dass früher alles besser und Weihnachten immer weiß war ist wohl den selektiven Erinnerungen geschuldet, manche nennen es auch die rosarote Brille. Im Zuge der globalen Erwärmung werden die Winter zwar milder, die Schwankungen von Jahr zu Jahr sind jedoch sehr groß, so dass es auch künftig noch strenge und schneereiche Winter geben wird - nur eben seltener.

Freitag, 15. Dezember 2017

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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