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Wetterthema

03.09.2015

Frühnebel

Zu ruhigem Herbstwetter gehören morgendliche Nebelfelder. Wo bilden sich diese bevorzugt und wann lösen sie sich wieder auf?

Am 23. September ist Tag-und-Nacht-Gleiche, danach werden die Nächte länger sein als die Tage. Schon heute beträgt die Tageslänge in Deutschland nur knapp über 13 Stunden. In den Nächten kann sich die Luft bei längerem Aufklaren bodennah schon spürbar abkühlen, wodurch sich vor allem in den Flussniederungen und Bergtälern Nebel bildet, den die noch kräftige Septembersonne jedoch zügig "wegheizen" kann.

Denn in sternenklaren Nächten kann die Bodenwärme ungehindert in den Weltraum abstrahlen und die schwere Kaltluft sammelt sich in Tälern und Muldenlagen. Auf den Bergen bleibt es bei einer solchen Wetterlage dagegen wärmer als unten - man spricht von einer nächtlichen Strahlungsinversion.

Die abgekühlte Luft kann den in ihr enthaltenen Wasserdampf nicht mehr halten, sobald die sogenannte Taupunkt-Temperatur unterschritten wird und in der Folge bildet sich Nebel. Bei der aktuellen Luftfeuchte liegt der Taupunkt in Deutschland früh morgens zwischen etwa 8 und 13 Grad, in der Nähe von Flüssen und Seen aufgrund des zusätzlichen Feuchteangebotes noch etwas darüber. Die Tiefstwerte der bodennahen Temperatur unterschreiten diese Schwellen derzeit bei klarem Himmel in den Tälern und Muldenlagen - Frühnebel ist die Folge.

Jedoch steigt die Sonne Anfang September vormittags noch recht schnell auf und erwärmt die bodennahe Kaltluft zügig, wodurch sich dieser Tage der Nebel meist bis etwa 10:00 Uhr schon wieder aufgelöst hat. Eine genaue Prognose ist kaum möglich, denn der Nebel reflektiert viel Sonnenlicht und erhält die Umgebung kühl - er erhält sich also quasi selbst. Ist er aber erst einmal in Auflösung begriffen, setzt sich dieser Prozess meist schnell fort.

Je weiter das Jahr voranschreitet, desto länger kann sich der Nebel halten und umso schwieriger fällt die Einschätzung wann er sich endlich auflösen mag. Ab Ende Oktober bis Ende Februar steht die Sonne so tief, dass sich Nebelfelder mitunter den ganzen Tag nicht mehr auflösen - in diesem Fall würde man nicht mehr von Frühnebel sprechen. Aber bereits in der kommenden Woche wird die Neigung zur Nebelbildung wohl zunehmen, denn es deutet sich ein ruhiger Witterungsabschnitt mit klaren und windschwachen Nächten an.

Donnerstag, 3. September 2015

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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