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Wetterthema

20.10.2014

Der erste Herbststurm

Ein Sturmtief sorgt am Dienstag in Deutschland für einen markanten Wetterwechsel. Nach den ruhigen und ungewöhnlich warmen Tagen kommt richtig Schwung ins Wettergeschehen. Zugleich kühlt es deutlich ab und auf den Bergen fällt zum Teil Schnee.

So warm wie am gestrigen Sonntag wird es dieses Jahr mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht mehr. Die Temperaturen lagen am Oberrand des zu dieser Jahreszeit Möglichen, wobei es in Ohlsbach bei Offenburg mit 25,8 Grad am wärmsten wurde. Auch sonst reichte es in Baden-Württemberg hier und da für einen Sommertag (Höchsttemperatur von mindestens 25,0 Grad), während es in den Niederungen des übrigen Landes zwischen 20 und 24 Grad warm war. Wärmerekorde für die zweite Oktoberdekade konnten jedoch nur an wenigen Stationen im Norden Deutschlands gemessen werden.

Am morgigen Dienstag übernimmt ein von Schottland nach Südnorwegen ziehendes Sturmtief die Wetterregie. Seine Kaltfront greift am späteren Nachmittag von Westen auf Deutschland über und erreicht schon gegen Mitternacht die Alpen. Dahinter kühlt es Dank der Zufuhr grönländischer Polarluft empfindlich ab. Der Luftmassenwechsel wird nicht lautlos erfolgen. Nach ruhigem Start beginnt es im Nordwesten ab Mittag zu regnen. Bald schon folgen kräftige Schauer, die am Abend und in der ersten Nachthälfte weite Landesteile überqueren. In einigen Regionen sind auch Gewitter mit dabei. Vielerorts werden die Schauer von Sturmböen aus West begleitet, zum Teil sind bis in die Niederungen schwere Sturmböen dabei, auch einzelne orkanartige Böen sind nicht ausgeschlossen. Auf einigen höheren Bergen, wie etwa dem Feldberg im Schwarzwald, gibt es Orkanböen.

Am Mittwoch ist es wechselhaft mit vielen Wolken, nur etwas Sonne und weiteren Schauern, wobei oberhalb von 600 bis 1000 Metern Schnee fällt. Im Osten kann es auch länger andauernd regnen. Dazu bleibt es sehr windig mit der Gefahr von Sturmböen bei Schauern. Die Höchstwerte liegen nur noch zwischen 4 Grad an den Alpen und 12 Grad an der Nordsee. Am Donnerstag bleibt es bei ähnlichen Temperaturen durchwachsen mit gelegentlichem Regen. Viel Regen ist an den Alpen zu erwarten, oberhalb von 600 bis 1000 Metern fällt Schnee. Dabei ist auf einigen Bergen mit einem halben Meter Neuschnee zu rechnen.

Am Freitag und Samstag beruhigt sich das Wetter und es wird etwas milder. Ab Sonntag bieten die Modelle zwei sehr verschiedene Varianten an: Entweder es etabliert sich mal wieder ein stabiles Hochdruckgebiet mit sonnigen und milden Berglagen und einer Nebel-Sonne Lotterie in den Niederungen, oder es folgen neue Tiefausläufer mit Regenfällen und der Jahreszeit entsprechenden Temperaturen.

Montag, 20. Oktober 2014

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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