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15.09.2022

Jahrhundertregen

Wie ungewöhnlich war der Starkregen?

Von Mittwochmorgen bis Donnerstagmorgen fielen binnen 24 Stunden in der Eifel an der Wetterstation Schneifelforsthaus 76,4 Liter pro Quadratmeter, im hessischen Gründau-Breitenborn kamen 73 Liter zusammen - Stationsrekord.

In einem Streifen quer über die südliche Mitte Hessens, also vom Rheingaugebirge über den Taunus bis in die Wetterau fielen in diesem Zeitraum verbreitet 50 bis 70 Liter, was mit Hilfe von Radardaten des Deutschen Wetterdienstes abgeschätzt wurde. Wie ungewöhnlich sind diese Regenmengen?

Eine Untersuchung der Regenmengen zwischen 1951 und 2000 hat ergeben, dass in weiten Teilen Deutschlands 60 bis 80 Liter Regen innerhalb von 24 Stunden nur etwa einmal in 100 Jahren zu erwarten sind. Etwas höher liegen diese Werte im Schwarzwald und an den Alpen, wo erst 24-stündige Regenmengen über 100 Liter bzw. über 120 Liter pro Quadratmeter als Jahrhundert-Ereignis gelten.

Der deutschlandweite Rekord liegt sage und schreibe bei 312 Liter pro Quadratmeter, die am 12. August 2002 in Zinnwald im Erzgebirge gemessen wurden. Die darauffolgende Elbeflut ist für viele eine bleibende Erinnerung. Besonders gefährlich sind vor allem extrem intensive Platzregen, wie sie für ein starkes Gewitter typisch sind.

Während eines Unwetters am 29. Mai 2016 in Braunsbach in Baden-Württemberg reichten regional gefallene Regenmengen von bis zu 65 Liter innerhalb einer Stunde um den gesamten Ort zu verwüsten. Bei Füssen im Allgäu sollen am 25. Mai 1920 innerhalb von nur 8 Minuten sogar 126 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen sein - diese Messung wird jedoch angezweifelt.

Donnerstag, 15. September 2022

Tim Staeger
ARD-Wetterkompetenzzentrum

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