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Wetterthema

05.08.2022

Vulkanausbrüche und ihre Wirkung auf das Wetter

Am 3. August ist erneut der Vulkan nahe des Fagradalsfjall auf Island erneut ausgebrochen. Der Vulkan liegt etwa 30 km südwestlich der Hauptstadt Reykjavik. Bereits letztes Jahr spuckte der Vulkan über einen Zeitraum von etwa 6 Monaten Lava. Es war ein Naturspektakel, das sich viele Leute selbst anschauen wollten. Aber nicht immer verlaufen Vulkanausbrüche glimpflich und manchmal können sie unser Wetter ganz schön beeinflussen.

Man kann Vulkanausbrüche primär in zwei unterschiedliche Kategorien einteilen. In explosive Ausbrüche, bei denen eine große Menge an Asche und Gasen in die Atmosphäre gebracht, und in effusive Ausbrüche. Dabei wird vor allem Lava ausgestoßen.

Bei explosiven Eruptionen kann dann durchaus das Wetter beeinflusst werden. An den Aschepartikeln kann vermehrt Wasserdampf aus der Atmosphäre kondensieren und so entstehen zusätzliche Wolken, die dann zunächst einmal das Sonnenlicht reflektieren. Folglich wird es etwas kühler. Gleichzeitig verändert sich aber auch die Niederschlagsverteilung, da auch nicht mehr soviel Wasserdampf über den Gewässern durch verringerte Sonneneinstrahlung verdunstet. In der untersten Schicht (der Troposphäre) werden sie nämlich relativ schnell durch die normalen Wettervorgänge, wie z.B. Regen, wortwörtlich wieder ausgewaschen.

In der darüber liegenden Schicht der Atmosphäre (der Stratosphäre) können die vulkanischen Wolken deutlich länger bestehen bleiben und sich auch um einiges weiter um die Erde verbreiten. Je nachdem, wieviel Partikel und Gase in die Stratosphäre gelangt sind, kann über einige Monate ein gewisser Abkühlungseffekt eintreten. Bei dem Ausbruch 1991 des Mt. Pinatubo auf den Philippinen gelangte soviel Schwefeldioxid in die Atmosphäre, sodass sich die Erde für etwa ein Jahr um ein halbes Grad abkühlt.
Es kommt dabei auch immer darauf an, wo der Vulkan ausgebrochen ist und wie die Windbedingungen während der Eruption waren. Bricht ein Vulkan in den Tropen aus, verteilen sich ausgestoßenen Teilchen vergleichsweise deutlich breiter, als wenn ein Vulkan in den höheren Breiten der Nord- oder Südhalbkugel ausbricht. Dort verteilen sich die Teilchen dann nur auf der jeweiligen Halbkugel.

Meist haben Vulkanausbrüche aber keine weitreichenden Folgen für unser Wetter oder gar unser Klima. Sie können aber dennoch einiges an Chaos verursachen, auch wenn man sich Tausende Kilometer entfernt befindet. Erinnern wir uns z.B. an den Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010, der mit einer riesigen Aschewolke über mehrere Tage den Flugverkehr innerhalb Europa lahmlegte. Durch eine nordwestliche Strömung wurde die Aschewolke von Island weit bis in die Nordsee und Mitteleuropa getragen.

Der Ausbruch des Vulkans nahe des Fagradalsfjall gehört aber der Kategorie der effusiven Ausbrüche an und so wird auch diesmal nicht mit großen Beeinträchtigungen außerhalb der direkten Umgebung des Vulkans gerechnet.



Freitag, 5. August 2022

Pila Bossmann
ARD-Wetterredaktion

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