Wetterthema | tagesschau.de

Wetterthema

04.08.2022

Die bevorstehende Hurrikan Saison 2022 im Atlantik

Die Hurrikan Saison im Nordatlantik hat offiziell am 1. Juni begonnen und geht bis zum 30. November. Die Gebiete an der Südküste der USA, Mexiko und die Karibischen Inseln sind besonders von Hurrikans betroffen. Schon die niedrigste Kategorie kann erhebliche Schäden an der Infrastruktur hinterlassen und das Leben der Menschen in den Küstenregionen gefährden. Momentan ist noch kein Hurrikan in Sicht, im Schnitt bildet sich der erste Hurrikan um den 11. August herum.

Tropische Wirbelstürme, die im Nordatlantik bzw. Nordostpazifik auftreten und eine Windgeschwindigkeit von mindestens 118 km/h erreichen, werden Hurrikans genannt. Hurrikans werden nach der Saffir-Simpsons Skala in die Kategorien 1 bis 5 eingeteilt. Kategorie 1 ist die Schwächste mit Geschwindigkeiten von 118-152 km/h. Ein Kategorie 5 Hurrikan erreicht Windgeschwindigkeiten von mindestens 252 km/h, ohne Grenze nach oben. Zum Vergleich, Stürme in Deutschland mit Orkanstärke 12 erreichen gerade so die erste Hurrikan-Kategorie.

Treten die tropischen Wirbelstürme im Westpazifik auf nennt man sie Taifune. Zyklone werden sie genannt, wenn sie im indischen Ozean oder Südpazifik entstehen. Die Charakteristik der Stürme ist jedoch auf der ganzen Welt gleich.
Im Durschnitt der Jahre 1991-2020 entstehen in einer Hurrikan Saison 14.4 tropische Stürme, davon erreichen 7.2 mindestens Kategorie 1 und 3.2 Stürme erreichen sogar die Kategorie 3 (mindestens 178 km/h) oder höher. Die Colorado State University gibt jedes Jahr die erste Vorhersage heraus. Für die Saison 2022 verläuft sie nur ganz knapp oberhalb des Durchschnitts. Von Juni bis November sollen demnach 17 bis 21 tropische Stürme entstehen und davon sollen 7 bis 9 Hurrikan-Stärke erreichen. Erwartet werden dieses Jahr auch 3 bis 5 schwere Hurrikane.

Eine Hurrikan-Vorhersage wird anhand verschiedener Parameter, wie z.B. der Meeresoberflächentemperatur im südlichen Teil des Nordatlantiks, verfasst. Ist das Meer dort wärmer als der Durchschnitt, bietet es potenziell mehr Energie für die Entstehung dieser Sturmsysteme. Im Mai lagen die Meeresoberflächentemperaturen etwa 0,5 bis 1,5 Grad höher als der Durchschnitt von 1991-2020 und das spiegelt sich auch in der Hurrikan Vorhersage wider.

Hurrikans entstehen über dem Wasser als Gewittersysteme und verstärken sich nach und nach. Man kann die Entwicklung und Zugbahnen auf eindrucksvollen Satellitenbildern verfolgen und die Bevölkerung wird frühzeitig vom Nationalen Hurrikan Center (NHC) der USA informiert und gewarnt.
Jeder tropische Sturm bekommt einen Namen. Es gibt 6 Listen mit je 21 Namen, die alphabetisch vergeben werden und sich wiederholen. Weibliche und männliche Namen wechseln sich dabei ab. In Deutschland werden für die Tiefdruckgebiete in einem Jahr entweder nur weibliche oder nur männliche Namen verwendet. Verursacht ein Hurrikan erhebliche Schäden oder Opferzahlen, kann die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) diesen Namen streichen lassen und er wird durch einen neuen ersetzt. 2005 war das aktivste Hurrikan Jahr seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen. Es gab 28 tropische Stürme, davon erreichten 15 Hurrikan-Stärke und 7 waren stärker als Kategorie 3. Es ist also kein Wunder, dass 5 Namen in diesem Jahr aus der Liste gestrichen wurden. Darunter war auch Hurrikan Katrina, der 1836 Menschen das Leben kostete. Das Artikelbild ist ein Satellitenbild von Hurrikan Katrina.

In dieser Saison entstanden bisher 3 tropische Stürme, die aber allesamt nicht die Hurrikanstufe erreicht haben. Die Saison ist aber noch jung und somit bleibt noch genug Zeit, um die Vorhersagen zu erfüllen.



Donnerstag, 04. August 2022

Pila Bossmann

ARD-Wetterredaktion

Alle Wetterthemen

Darstellung: