Wetterthema | tagesschau.de

Wetterthema

02.08.2022

Tropennächte

Mit der sich anbahnenden Hitzewelle und den oft unerträglich heißen Temperaturen tagsüber sehnt man sich in den Nächten nach einer Abkühlung. Die Hoffnung auf einen kleinen Durchzug in der Wohnung schwindet aber von Tag zu Tag. Denn auch in den kommenden Nächten kühlt es nicht mehr so richtig ab.

Fallen die Tiefsttemperaturen dabei in der Nacht nicht mehr unter die 20-Grad-Marke, spricht man von einer Tropennacht. Auch bei der letzten Hitzewelle Anfang Juli gab es örtlich schon solche Tropennächte. Meist bringt das Lüften der Wohnung dann nicht mehr viel.
Manche Gebiete Deutschlands sind dabei viel anfälliger für Tropennächte als andere. Doch woran liegt das?

Normalerweise kann sich die Luft in der Nacht bei fehlender Sonneneinstrahlung stark abkühlen. Dabei wird langwellige Wärmestrahlung an die Atmosphäre abgegeben, die in den Weltraum abstrahlen kann. Vor allem wenn die Luft sehr trocken ist und keine Wolken am Himmel die Strahlung zurückreflektieren, ist die Abkühlung am stärksten. Sobald die Luft aber feuchter ist und sich vor allem Wolken am Himmel halten, ist die Abkühlung deutlich gebremst. Großstädte sind zudem häufiger von Tropennächten betroffen, da sich die gesamte Infrastruktur tagsüber sehr stark aufheizt. Vor allem bei Hitzewellen mit Temperaturen jenseits der 30 oder sogar 35 Grad halten versiegelte Beton- oder Pflasterflächen noch sehr lange in die Abend- und Nachtstunden einiges an Wärme, die sie nach und nach an die Umgebung abgeben. Das ist der sogenannte Wärmeinseleffekt.

In ländlichen Regionen oder auch in Gebieten mit deutlich mehr Grünflächen wird die Wärmestrahlung hingegen schneller an die Atmosphäre abgegeben und es ist schon früher in der Nacht merklich kühler. Vielleicht haben sie dieses Phänomen selbst schon einmal erlebt, wenn sie nachts in einer Stadt durch einen Park gegangen sind und es plötzlich doch etwas kühler war als zuvor zwischen den Gebäuden.

In der kommenden Nacht liegen die Temperaturen schon verbreitet im lauen Bereich mit Tiefstwerten zwischen 20 und 17 Grad. Im Osten und Südosten Deutschlands und auch im Sauerland kann man allerdings noch einmal gut durchlüften.

In der Nacht zum Donnerstag liegen die nächtlichen Temperaturen dann schon verbreitet zwischen 21 und 18 Grad. Zum Freitag wird die Nacht dann nach dem heißesten Tag der Woche mit Höchstwerten von an die 40 Grad vor allem im Südwesten, aber auch im Osten verbreitet tropisch mit Tiefstwerten von 23 bis 20 Grad. Aber auch im übrigen Land liegen die nächtlichen Temperaturen mit 16 bis 19 Grad sehr hoch.
Nachdem sich aber am Freitag von Nordwesten zum Teil kräftige Gewitter entladen, fließt auch wieder kühlere Luft nach Deutschland und sorgt nicht nur tagsüber für angenehmere Temperaturen.




Dienstag, 2. August 2022

Pila Bossmann
ARD-Wetterredaktion

Alle Wetterthemen

Darstellung: