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Wetterthema

01.08.2022

Juli Rückblick und heißester Tag der Woche

Auch wenn auf den letzten Metern noch örtlich einiges an Regen zusammenkam, verlief der Juli 2022 dennoch viel zu trocken. Neben der Trockenheit wurden auch einige Hitzerekorde in diesem Monat gebrochen. Jetzt beginnt der August und schon bahnt sich eine neue Hitzewelle an.

Im Juli sind im Schnitt nur knapp 35 Liter pro Quadratmeter gefallen, das sind nicht einmal 50 Prozent des langjährigen Mittels von 1961-1990. Am trockensten war es mit nur 0,5 Litern pro Quadratmetern in Wittlich in Rheinland-Pfalz. Insgesamt waren Rheinland-Pfalz und das Saarland auch die trockensten Bundesländer. Bayern und Schleswig-Holstein haben im Schnitt am meisten Regen abbekommen. Am meisten Regen fiel an der Station Bischofswiesen-Winkl mit 154 Liter pro Quadratmeter, was aber trotz der beachtlichen Menge nicht einmal 70 Prozent des langjährigen Mittels der Station entspricht.

Es war auch im ganzen Land überdurchschnittlich sonnig, die meisten Sonnenstunden kamen dabei im Südwesten zusammen. Teilweise wurden hier mehr als 50 Prozent mehr Sonnenstunden gemessen. Zudem wurden auch einige Hitzerekorde geknackt. Allen voran war wohl der beeindruckendste und wahrscheinlich auch beunruhigende Rekord in Hamburg-Neuwiedenthal mit 40,1 Grad. Außerhalb von Russland wurden innerhalb von Europa auf diesem hohen Breitengrad noch nie 40 Grad erreicht oder überschritten. Aber nicht nur in Hamburg, sondern auch in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gab es neue Temperaturrekorde.

Als Folge der Hitze und der Trockenheit war auch die Waldbrandgefahr verbreitet auf einem sehr hohen Niveau. Vor allem in Brandenburg und in Sachsen gab es schon verheerende Waldbrände. Und obwohl sich der Waldbrandgefahrenindex vor allem in der Nordhälfte Deutschlands durch die Niederschläge des Wochenendes etwas abgeschwächt hat, wird die kommende Hitzewelle schon in den nächsten paar Tagen den Index im Nordosten und in Teilen Süddeutschlands wieder auf die höchste Stufe steigen lassen.

In den nächsten Tagen schiebt sich ein Keil des Azorenhochs weiter zu uns herein und bringt sehr warme bis heiße Luft aus Nordafrika mit sich. Der Nordwesten bleibt allerdings Einflussgebiet von Ausläufern eines relativ ortsfesten Islandtiefs und wird von der größten Hitze verschont. Der Hitzeschwerpunkt wird sich auf den Südwesten konzentrieren mit Temperaturen von 36 bis 38 Grad und örtlich auch mehr am Oberrhein und an der Bergstraße. Aber auch im Nordosten und Osten gibt es Temperaturen von 35 Grad oder mehr am Donnerstag. Das ist auch der heißeste Tag der Woche. In der Nacht zum Freitag zeichnen sich zum Teil kräftige Gewitter im Nordwesten in den Modellen ab, die dann die Hitzewelle weitgehend in den Süden zurückdrängen. Ab dem Wochenende gibt es dann insgesamt etwas moderatere Temperaturen, die im Süden aber gebietsweise immer noch im sommerlichen Bereich von 25 bis 30 Grad liegen.


Montag, 01.08.2022

Pila Bossmann
ARD-Wetterredaktion

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