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Wetterthema

28.01.2022

In vielen Gebieten immer noch Dürre

Die letzten Jahre waren oft geprägt von Dürren und Hitzewellen. Letztes Jahr sticht dabei aber hervor: Es hatte mal wieder genug geregnet. Allerdings überschattete die verehrende Flutkatastrophe im Juli in NRW und Rheinland-Pfalz die aufkommende Freude über ein feuchteres Jahr. Die Pflanzen jedoch freuten sich und viele Felder blieben das ganze Jahr über grün, wenn auch der Sommer für uns Menschen gefühlt eher ins Wasser fiel. Insgesamt hatte es aber auch nur ein bisschen mehr geregnet als im langjährigen Durchschnitt von 1961-1990. Somit konnte die Dürre nicht nachhaltig gestoppt werden.

Betrachtet man die Dürrekarte des Gesamtbodens in etwa 1,8 Meter tiefe sieht man, dass es im Nordosten auch im August 2021 noch viel zu trocken war. Gefallener Regen bringt zunächst nur in den oberen Bodenschichten etwas Entlastung, damit aber auch die tieferen Schichten genügend Wasser abbekommen, müsste mehr und vor allem über einen längeren Zeitraum immer wieder Regen fallen.

Katastrophale Regenmengen innerhalb kürzester Zeit wie bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 sind dafür nicht förderlich. Der Boden kann in dieser Zeit nicht ausreichend Wasser aufnehmen und das meiste Wasser fließt über Flüsse ab und kann gar nicht bis in tiefere Bodenschichten vordringen. Dennoch entlasteten die Regenmengen vom Juli und auch von den Monaten davor zumindest in weiten Teilen Westdeutschlands die Dürresituation etwas. Das Ganze hielt aber nicht sehr lange an. Schon ein halbes Jahr später ist die Dürre auch in weiten Teilen von NRW und Hessen wieder zurück.

Vor allem die Niederschläge, die im Winter fallen, sind wichtig für die Dürresituation, da in den kälteren Monaten nicht so viel Wasser verdunsten kann. Doch vor allem in den letzten Monaten hat es in der Mitte Deutschlands zu wenig geregnet. Im Oktober 2021 fielen z. B. in Hessen im Schnitt nur 70 Prozent des monatlichen Durchschnitts. Im November sogar nur 50 Prozent. In NRW waren es im November ebenfalls nur knapp 57 Prozent. Auch im Dezember gab es nicht die erhofften Niederschläge, zumindest nicht in der Mitte. In Baden-Württemberg und Bayern fiel im Dezember hingegen sogar mit über 110 Prozent etwas mehr als im Durchschnitt. Zu erkennen ist dies auch auf den Dürrekarten: Im Süden Deutschlands sind die Dürregebiete deutlich spärlicher als in der nördlichen Hälfte Deutschlands.

Im Januar war der bisher gefallene Niederschlag etwas anders verteilt. Vom Saarland über Hessen bis nach Sachsen fiel bisher schon mehr als im langjährigen Durchschnitt. Die aktuellen Dürrehotspots in Brandenburg, Niedersachsen und dem nördlichen NRW bekamen hingegen oft nur etwa 40 Prozent Niederschlag ab. Auch der Süden ging diesen Monat ziemlich leer aus. Hier fielen gebietsweise auch nur 30 bis 50 Prozent. Dafür gab es dort diesen Monat um einiges mehr Sonnenschein. Das hilft der Vegetation zwar nicht wirklich, aber es half bestimmt einigen Menschen bei der alljährlichen Neujahrsdepression.



Freitag, 28. Januar 2022

Pila Bossmann
ARD-Wetterkompetenzzentrum

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