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Wetterthema

02.12.2021

Ein paar Gedanken zum Wetter

Das wechselhafte Wetter bietet aktuell verschiedene Themen, über die man reden kann. Da wäre das Auf und Ab der Temperatur und somit der Schneefallgrenze. Außerdem gab es in Norddeutschland einen Sturm. Und wie war der November eigentlich?

Der November 2021 war über weite Strecken von Hochdruckgebieten geprägt. In seiner letzten Woche setzten sich Tiefs durch, die auch jetzt und in den Folgetagen unser Wetter bestimmen. Durch die Hochs fiel der November verhältnismäßig trocken aus, vielfach regnete es 75 Prozent der üblichen Menge. Eine Ausnahme bildete der Nordosten, wo ein Tief zu Monatsbeginn ergiebigen Regen verursachte. Das Temperaturniveau zeigte sich unauffällig. Gegenüber dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020 lag der Monat völlig im Schnitt, gegenüber den Jahren 1961 bis 1990 war er um 0,7 Grad zu warm. In Sachen Sonnenschein nutzten die Hochdrucklagen in den meisten Regionen wenig. Oft wurden Nebel und Hochnebel zum Spielverderber, der November blieb trüber als üblich. Lediglich die höheren Berglagen befanden sich häufig oberhalb der Suppe, dort war es relativ sonnig.

Sehr windig zeigten sich die vergangenen Tage. Am Dienstag, den 30. November, konnten recht gleichmäßig über das ganze Land verteilt stürmische Böen registriert werden, mancherorts auch Sturmböen bis ins Flachland. Ähnlich war es auch am Mittwoch, den 1. Dezember, mit dem Unterschied, dass Sturmtief Daniel im Norden noch eins drauf legte. Im Norddeutschen Tiefland reichte es örtlich für schwere Sturmböen, an der Nordsee für orkanartige Böen. In Cuxhaven wurden 109 km/h gemessen, auf Spiekeroog 127 km/h.

Dass unbeständige Wetter setzt sich auch in den kommenden Tagen erst einmal fort. Dabei lenken Tiefdruckgebiete nach dem milden Mittwoch wieder kalte, am Samstag nochmal milde und dann erneut kalte Luft heran. Das Temperaturniveau und die Schneefallgrenze sind damit ständigen Schwankungen unterworfen. Im höheren Bergland taut es meistens nur kurz, so dass sich der Schnee weiter ansammeln kann. Auch in den Niederungen schneit es gebietsweise, vielfach bleibt es dort aber grün. Bessere Chancen auf eine Schneedecke bestehen im Flachland nordöstlich der Elbe. Dort schneit es aktuell und am Samstagvormittag gebietsweise, am Sonntag nach kurzen Tauwetter dann häufiger.

Relativ kalt, aber zunehmend trocken beginnt dann auch die nächste Woche. Neben einigen Wolken hat dann die Sonne etwas häufiger eine Chance. Im weiteren Verlauf liegt dann voraussichtlich ein Hoch über Osteuropa, gegen welches atlantische Tiefs nur noch schwer ankommen. Sie erreichen Deutschland, wenn überhaupt, eher in abgeschwächter Form. Es wird dann wieder etwas milder und mehrheitlich trüb, sei es durch Nebel, oder durch die Wolken von abgeschwächten Tiefausläufern.

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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