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Wetterthema

11.11.2021

Inversionswetterlage

Anhaltender Hochdruckeinfluss führt im Herbst und Winter oft zu sogenannten Inversionswetterlagen.

Seit ein paar Tagen gestaltet sich das Wetter im Süden und in der Mitte Deutschlands hochdruckgeprägt und störungsfrei. Beständige Verhältnisse sind für den Herbst nicht weniger typisch als regnerisches und stürmisches Wetter. Anhaltender Hochdruckeinfluss führt im Herbst und Winter allerdings oft zu sogenannten Inversionswetterlagen. Damit ist eine Umkehr der durchschnittlichen Temperaturverhältnisse in der Vertikalen gemeint.

Normalerweisen geht die Temperatur in den untersten zehn Kilometern der Atmosphäre mit zunehmender Höhe zurück. Die Temperaturabnahme liegt dabei im Mittel bei 0,6 Grad pro 100 Meter. Typisch für eine Inversionswetterlage, wie man sie auch aktuell beobachten kann, ist aber, dass sich direkt oberhalb einer kalten und am Erdboden aufliegenden Grundschicht eine relative dünne Schicht befindet, in der die Temperatur sprunghaft mit der Höhe ansteigt. Diesen Höhenbereich bezeichnet man als Inversion.

An einer solchen Inversion ändern sich häufig auch die Feuchteverhältnisse schlagartig. Während sich die kalte Luft unten durch eine hohe Luftfeuchtigkeit verbunden mit Nebelneigung auszeichnet, ist ihr warmes Pendant in der Höhe oft extrem trocken und gleichzeitig arm an trübenden Partikeln. Auf den Bergen sorgt dies entsprechend für eine ausgesprochen gute Fernsicht. Bei einer Inversionslage ändert sich an diesen Verhältnissen nachts- und auch tagsüber nichts Wesentliches.

Zum Schluss ein paar Messwerte vom Donnerstag. Passend zum oben Gesagten waren die höheren Lagen die Spitzenreiter bei der Temperatur. So wurde beispielsweise auf dem Großen Arber im Bayerischen Wald (1446mNN) ein Tiefstwert von 10°C (Grad Celsius) registriert, während die Temperatur im nahegelegenen Metten (313mNN) in der Nacht bis auf -1°C sank. Gegen Mittag meldete der Brocken im Harz (1141mNN) bei Sonnenschein ebenfalls 10°C bei einer relativen Luftfeuchte von nur 28% und einer Sichtweite von über 70 Kilometern. Gleichzeitig verharrte die Temperatur im niedersächsischen Herzberg am Harz (238mNN) bei 0°C. Hier betrug die Luftfeuchte 96%. Ein ganz ähnliches Bild zeigte die Rhön und ihr Umland. Gemessen wurden auf der Wasserkuppe (925mNN): 10°C, 39% und mehr als 70 km Fernsicht, daneben Fulda (242mNN) mit 0° und 100% Luftfeuchte. Am mildesten präsentierte sich allerdings der Alpenrand, wo in Mittelwald (981mNN) bereits 16°C herrschten.

Donnerstag, 11. November 2021

Dipl.-Met. Rainer Behrendt
ARD-Wetterredaktion

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