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Wetterthema

15.10.2021

Die Nebelsaison

In der kalten Jahreszeit tritt Nebel sehr viel häufiger auf als in den Sommermonaten. Damit wird der Nebel in den kommenden Wochen immer wieder mal ein Thema sein. Warum aber kann man ihn im Herbst und im Winter so häufig beobachten?

Am häufigsten beobachtet man in Deutschland sogenannten Strahlungsnebel, wie er sich in Nächten mit klarem Himmel bildet. Dafür prädestiniert sind Hochdrucklagen wie am Wochenende und zu Beginn der neuen Woche, weil die Chancen auf klaren Himmel dann besonders gut stehen. Bei tiefdruckgeprägten Wetterlagen klart es zwar seltener auf, dafür bildet sich dann aber meist besonders schnell Nebel, weil der Boden oftmals durch vorangegangene Niederschläge feucht ist.

Bei klarem Himmel kühlen der Erdboden und die unteren Luftschichten nachts stark ab, da die Wärmestrahlung ungehindert in den Weltraum entweichen kann. Im Sommer ist die Sonneneinstrahlung am Tage dann so stark, dass die in der Nacht verloren gegangene Wärme rasch wieder ersetzt wird. Der im Sommer ohnehin seltenere Morgennebel hat sich oftmals schon aufgelöst, wenn Leute mit normalen Arbeitszeiten aufstehen. Anders sieht das in den Monaten von Oktober bis Februar aus. In den Nächten geht mehr Energie verloren als am Tage dann wieder ersetzt wird, die Strahlenbilanz ist negativ. Im Oktober schafft es die Sonne im Laufe des Tages meist noch, die Nebelfelder aufzulösen. Im Winter bleibt der Himmel in den Niederungen häufig den ganzen Tag trüb, während sich das höhere Bergland je nach Mächtigkeit der Nebelschicht, über dem Nebel befindet.

Nebel kann sehr unterschiedlich aussehen. Mal sind es nur ein paar Schwaden, mal handelt es sich um eine mehrere hundert Meter dicke Schicht. Hat man die Chance, ihn von oben zu betrachten, ist er schön, sitzt man jedoch tagelang im oder unter dem Nebel, schlägt das Grau auf das Gemüt. Am häufigsten findet man den Nebel in den Niederungen und dort in der Nähe von Gewässern.

Am Wochenende und zu Beginn der neuen Woche ist Nebel in der Mitte Deutschlands und vor allem im Süden ein Thema. Am wahrscheinlichsten ist er in der Donauniederung und am Bodensee, aber auch die anderen Flusstäler werden es zeit- und gebietsweise mit Nebel zu tun haben. Ein klein wenig Kraft hat die Oktobersonne noch. Deshalb wird sich der Nebel am Tag meistens wieder auflösen, teilweise kann es aber bis in den Nachmittag hinein dauern. Im Norden Deutschlands bleibt die Neigung zu Nebel gering, weil dort viele Wolken und ein etwas stärkerer Wind seine Ausbildung behindern.

Die gezeigten Nebelfotos entstanden im Herbst 2020. Eine Nebeldecke liegt nicht so ruhig da, wie es scheint. Zeitrafferaufnahmen offenbaren die verschiedensten Bewegungen innerhalb der Nebelschicht. Ein paar Beispiele können Sie hier sehen:



Freitag, 15. Oktober 2021

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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