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Wetterthema

08.04.2021

Die Catatumbo Gewitter

Es gibt eine Region auf dieser Erde, in der fast täglich Gewitter auftreten. In Venezuela am Maracaibo-See nahe der Mündung des Rio Catatumbo blitzt es durchschnittlich 181 Mal in der Stunde und das bis zu 9 Stunden lang in der Nacht. Grund dafür sind topologische und klimatologische Besonderheiten.

Neben der beeindruckenden Fauna und Flora in der Region des 170 km langen und 120 km breiten Maracaibo-Sees in Venezuela gibt es ein Wetterphänomen, von dem Gewitter begeisterte hierzulande nur träumen können. An 140 bis 160 Tagen im Jahr blitzt es hier bis zu 200 Mal in der Stunde. Die Gewitter beginnen meist nach Sonnenuntergang und sind dann ein beliebtes Motiv für Fotografen. Schon innerhalb kurzer Zeit lassen sich mehrere Blitze auf einem Bild einfangen. Die Blitze sind teilweise aus über 150 km Entfernung noch gut zu sehen, jedoch hört man bei dieser Distanz meist keinen Donner mehr.

Die Lage des Maracaibo-Sees ist besonders. Er an drei Seiten von hohen Bergen umgeben und begünstigt so die Gewitterbildung. Jahresmitteltemperaturen von 33 Grad Celsius und nördliche Winde lassen hohe Mengen an Wasser verdunsten. An den Gebirgen muss die feuchte Luft aufsteigen. Dabei kondensiert der Wasserdampf und bildet so immer wieder aufs Neue Gewitterwolken aus. Damit Blitze entstehen können, müssen starke elektrische Spannungen entstehen und dabei müssen große Ladungsmengen voneinander getrennt werden. Starke Auf- und Abwinde innerhalb einer Gewitterwolke sind dabei die Grundvoraussetzung der Ladungstrennung. Da die Natur aber stets gewillt ist, ein Gleichgewicht herzustellen, entladen sich bei zu großer Spannung. Dabei entsteht ein Blitz.

Die Gewitteraktivität verändert sich aber auch im Jahresverlauf und ist unter Umständen von Jahr zu Jahr unterschiedlich. So gab es laut Aufzeichnungen zwischen Januar und März 2010 kaum Blitze. Oft liegt das an außergewöhnlicher Trockenheit. Wenn die Luftfeuchtigkeit zu gering ist, können sich keine hochreichenden Gewitter bilden und somit bleiben auch die Blitze aus.


Donnerstag, 8. April 2021

Pila Bossmann

ARD-Wetterredaktion

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