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Wetterthema

26.02.2020

Später Neuschnee

Ein später Wintereinbruch bringt bis Donnerstag vor allem im Bergland reichlich Neuschnee.

Hinter dem nach Osteuropa abgezogenen Tief "Zehra" fließt am Mittwoch feucht-kalte Polarluft nach Deutschland ein, in der sich zum Teil kräftige Schnee- und Schneeregenschauer entwickeln. Am Donnerstag zieht dann das recht kleinräumige Tief "Bianca" quer über die Mitte Deutschlands.

Dabei fällt nördlich des Tiefdruckzentrums, voraussichtlich von Nordrhein-Westfalen über Nordhessen, Thüringen, das südliche Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bis nach Sachsen der meiste Schnee. Am stürmischsten wird es jedoch südlich des Kerns, vermutlich in einem Streifen von Rheinland-Pfalz über Hessen und Baden-Württemberg bis nach Bayern. Die räumliche Verteilung hängt jedoch von der Zugbahn des Tiefs „Bianca“ ab, welche am Mittwochvormittag noch mit Unsicherheiten behaftet war.

Jedoch wird die weiße Pracht nicht von langer Dauer sein, denn bereits am Wochenende gelangt mit dem nächsten Sturmtief schon wieder deutlich mildere Luft nach Mitteleuropa, sodass es lediglich auf den Bergen noch winterlich bleiben wird. Damit der Schnee auch liegen bleibt muss die Null-Grad-Grenze ebenfalls tief genug liegen. Sie ist die Höhe, oberhalb derer die Lufttemperatur unter dem Gefrierpunkt liegt.

Die Schneeflocken müssen beim Schmelzen vom festen in den flüssigen Aggregatszustand übergehen. Dafür bedarf es Energie, der sogenannten Schmelzwärme. Diese ist beim Wasser recht hoch und beträgt 334 kJ/kg (Kilojoule pro Kilogramm), bei Quecksilber beispielsweise sind es nur 11,3 kJ/kg.

Die zum Schmelzen der Schneeflocken benötige Energiemenge wird der umgebenden Luft entzogen. Die Lufthülle um die Flocke kühlt sich dadurch ab und verlangsamt dadurch den Schmelzvorgang. Bis sich das filigrane Sechseck in einen Regentropfen verwandelt, kann es also recht tief in wärmere Luftschichten fallen. Typischerweise liegt dadurch die Schneefallgrenze etwa 200 Meter unterhalb der Null-Grad-Grenze.

Mittwoch, 26. Februar 2020

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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