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Wetterthema

10.01.2020

Was ist eigentlich ein Wetterfrosch?

Jeder Bürger kennt ihn und als Meteorologe wird man oft scherzhaft mit dem Begriff des Wetterfroschs betitelt. Inwiefern ist diese Bezeichnung denn überhaupt gerechtfertigt und wo kommt sie her ?

Der Ursprung des Wetterfroschs findet sich in der Anfangszeit der Wettervorhersage, also in den ersten Versuchen der Menschen das Wetter der nächsten Tage zu prognostizieren. Früher, in Zeiten als es noch keine modernen Computer oder meteorologische Messungen gab, versuchte man bevorstehende Wetterwechsel anhand von Veränderungen der Umgebung vorherzusagen. In diesem Fall fand der aufmerksame Bürger eine Veränderung des natürlichen Tierverhaltens – des eines Frosches.

Der Laubfrosch entpuppt sich dabei als europäischer Laubfrosch. Man beobachtete, dass dieser bei sonnigem und trockenem Wetter gelegentlich auf kleine Pflanzen klettert um Insekten zu fangen. Bei feuchtem Wetter hingegen zeigte sich der Frosch oft am Boden, da sich zu diesen Bedingungen seine Beute in noch geringeren Höhen aufhielt oder die Fliegerei komplett eingestellt hatte. Weil Frösche an sich leichter zu beobachten sind als Insekten wurde eben der Laubfrosch mit Wetteränderungen in Verbindung gebracht. Teilweise wurden früher in nicht artgerechter Art und Weise unschuldige Laubfrösche zusammen mit einer Leiter in Einmachgläser gesperrt und sozusagen als kleine Wetterstation für Zuhause verwendet.

Kletterte der Frosch die Leiter hoch so freute man sich auf sonniges Wetter, hielt er sich am Boden auf so vermutete man Regen. Da es heute tierfreundlichere und präzisere Methoden gibt Wetter vorherzusagen ist von dieser Praxis selbstverständlich abzuraten.

Im übrigen zeigen auch andere Tiere ein ähnliches Jagdverhalten, welches mit dem Wetter verbunden wird. Gemäß einer berühmten Bauernregel „Wenn die Schwalben tiefer fliegen werden wir bald Regen kriegen“ ist die Flughöhe von Schwalben ebenfalls wetterabhängig. Auslöser sind auch hier Insekten, die von den Schwalben gejagt werden. Je nach Wetter beobachtete man auch hier hoch- oder tieffliegende Schwalben (abhängig vom Fluglevel der Insekten) und versuchte daraus auf das zukünftige Wetter zu schließen.

Allerdings ist der Wahrheitsgehalt auch hier nur begrenzt. Zudem stellte es sich als äußerst schwierig heraus Schwalben (oder Meteorologen) auf Leitern in Einmachgläser zu sperren. Ein Begriff wie „Wetterschwalbe“ setzte sich wohl aus diesem Grund nicht durch und somit werden Meteorologen bis heute auch als Wetterfrösche bezeichnet.



Konstantin Krüger
Wetterfrosch der ARD - Wetterredaktion

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