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Wetterthema

06.12.2019

Wann liegt am meisten Schnee?

In den meisten Flachlandregionen hat sich der Winter noch nicht gezeigt, auf den höheren Bergen liegt etwas Schnee. Doch was wäre normal und wann wird das Schneemaximum üblicherweise erreicht?

Der erste Schnee fällt in den Mittelgebirgen üblicherweise im Oktober oder November, im Flachland Ende November oder Anfang Dezember. Vom Niederrhein über das Münsterland bis ins Emsland muss man im Normalfall bis Ende Dezember warten, ehe es zum ersten Mal eine Schneedecke gibt. Unsere Abbildung zeigt die mittlere Schneehöhe im Jahresverlauf für drei ausgewählte Wetterstationen. Die Kurve der Schneehöhen von Potsdam ist dabei um den Faktor vier überhöht dargestellt. Aktuell liegt weniger Schnee als im Schnitt. Am Morgen des Nikolaustags 2019 konnten auf dem Fichtelberg 7 Zentimeter (normal: 31) und auf der Zugspitze 65 Zentimeter (normal: 156) gemessen werden. Doch der Winter fängt gerade erst an, es kann sich noch einiges ändern.

Im deutschen Flachland liegt normalerweise im Januar und Februar am meisten Schnee. Dabei erreichen die mittleren Schneehöhen in Westdeutschland gerade einmal 2 bis 3 Zentimeter, in Potsdam sind es Mitte Februar immerhin 4½ Zentimeter. Nur etwa an einem Drittel aller Wintertage liegt im Flachland überhaupt Schnee, so dass das Mittel durch viele Tage ohne Schnee nach unten gezogen wird. Im Einzelfall kann auch im Flachland recht viel Schnee liegen, wie am 4.1.1941 in Karlsruhe mit 40 Zentimetern, am 18.2.1979 in Hamburg mit 67 Zentimetern oder am 6.3.1970 in Potsdam mit 70 Zentimetern.

In den Mittelgebirgen wird normalerweise etwa ein Monat später die größte Schneehöhe erreicht, nämlich Ende Februar/Anfang März. Im Gegensatz zum Flachland, wo der Schnee meistens schnell wieder taut, kann sich dort der Schnee im Laufe des Winters ansammeln. Schneehöhen von 50 bis 150 Zentimetern sind in den höheren Mittelgebirgen normal. Es gab auch schon erheblich mehr Schnee wie im März 1970 mit 239 Zentimetern auf dem Kahlen Asten, im April 1970 mit 305 Zentimetern auf dem Fichtelberg oder im März 2006 mit 319 Zentimetern auf dem Großen Arber.

Auf der Zugspitze wächst die Schneedecke im Mittel sogar bis Ende April/Anfang Mai. Erst im Mai wird es dort so mild, dass mehr Schnee taut als fällt. Im Mittel liegen dort Ende April knapp 400 Zentimeter Schnee. Das mittlere Jahresmaximum der Schneehöhe beträgt auf Deutschlands höchsten Gipfel 480 Zentimeter. Da es aber nicht immer am selben Tag des Jahres auftritt, erscheint dieser Wert nicht in der Grafik. Am wenigsten Schnee liegt im September mit durchschnittlich 40 Zentimetern. Ebenfalls nicht zu erkennen ist, dass der Schnee in einigen Jahren ganz verschwindet, nämlich in zwei Dritteln aller Fälle. Am meisten Schnee lag dort am 26.4.1980 mit 780 Zentimetern. Auch 1948, 1965 und 1967 wurden über 700 Zentimeter gemessen.

Freitag, 6. Dezember 2019

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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