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Wetterthema

23.10.2019

Föhn

Wie kommen die markanten Temperaturunterschiede zwischen Alpensüd- und Alpennordseite zustande?

Wenn feuchte Luft von Süden an die Alpen strömt, so wird diese durch die Berge zum Aufsteigen gezwungen. Mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck ab, da dieser von der Luftmasse oberhalb des betrachteten Niveaus bestimmt wird. Die Luft kann sich beim Aufstieg also ausdehnen, wodurch ihre Temperatur sinkt.

Nun kann kältere Luft nicht so viel Feuchtigkeit enthalten, wie wärmere - der unsichtbare Wasserdampf kondensiert beim Aufsteigen, es bilden sich Wolken und es beginnt zu regnen bzw. zu schneien. Die Wassermoleküle sind in der Gasphase frei beweglich und haben dadurch sehr viel Bewegungsenergie, die sie beim Übergang in die flüssige Phase in Form von Wärme an ihre Umgebung abgeben müssen. Dadurch kühlt sich die Luft beim Aufsteigen an der Alpensüdseite nur etwa um 0,5 bis 0,7 Grad pro 100 Meter Höhenzunahme ab. Ohne Kondensationsprozesse ändert sich die Temperatur aber um etwa 0,8 bis 1 Grad pro 100 Meter, und genau das macht die Luft, wenn sie auf der Alpennordseite wieder absinkt. Denn dann gibt es keinen Regen mehr und die Wolken lösen sich auf.

So wurden Mittwochfrüh in Locarno Monti am Lago Maggiore auf der Alpensüdseite in 367 Metern Höhe 14 Grad gemessen. Auf der Alpennordseite in Altdorf am Vierwaldstätter See auf 438 Metern Höhe war es dagegen zur gleichen Zeit 23 Grad mild. Die sogenannte latente Energie, die in der Luftfeuchtigkeit in Locarno enthalten war wurde somit bei der erzwungenen Überquerung der Alpen in fühlbare Wärme umgewandelt.

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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