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Wetterthema

06.02.2019

Was der Februar alles kann

Am vergangenen Wochenende schneite es im Südosten Deutschlands ergiebig, eine Woche später wird sich ein Hauch von Vorfrühling breit machen. Wir wollen schauen, was für Extreme in einem Februar überhaupt möglich sind.

Ein durchschnittlicher Februar hat über ganz Deutschland gemittelt eine Monatstemperatur von 1,0 Grad Celsius (Mittel aus den Jahren 1981 bis 2010). Am wärmsten ist es dabei entlang des Rheins mit Werten um 3 Grad, während die Durchschnittstemperatur in den meisten Mittelgebirgen unter 0 Grad liegt. Hinter diesen Mittelwerten verstecken sich jedoch einige Extreme, die ein Februar bieten kann.

Eine Möglichkeit ist die, dass der Februar als milder Geselle daher kommt. Den mildesten Februar erlebten wir in Deutschland mit einer Mitteltemperatur von 5,7 Grad im Jahre 1990. Extrem mild war es damals zwischen dem 20. und dem 25. Februar mit Höchstwerten von 15 bis 20 Grad, am Rhein bis 22 Grad. Außerdem hielt uns damals eine Serie von außergewöhnlichen Orkantiefs in Atem. Wetterinteressierte Leute erinnern sich vielleicht noch an Orkan Herta (3.2.1990), Vivien (26.2.1990) und Wiebke (Nacht zum 1.3.1990). Die höchste Temperatur, die in einem deutschen Februar auftrat, stammt jedoch aus dem Jahre 1900. Damals wurden am 26. Tag des Monats in Jena fast schon sommerliche 23,1 Grad erreicht.

Zumindest im Bergland verläuft der Februar jedoch meistens winterlich mit Schnee und Frost. Alle paar Jahre erleben wir auch in den Niederungen ausgedehntere Kältewellen, wie letztmals im Februar 2012. Allerdings lag damals vielerorts kein Schnee. Der letzte sehr kalte Februar datiert aus dem Jahre 1986 mit einer deutschlandweiten Mitteltemperatur von -6,4 Grad. Nochmal deutlich kälter war jedoch der Rekordfebruar des Jahres 1956, nur dürften sich die wenigsten Leute daran noch selbst erinnern. Nach einem milden Vorwinter setzte sich damals am letzten Tag des Januars eisig kalte Luft aus Nordosten durch. Die Höchstwerte des 1.2.1956 lagen verbreitet zwischen -15 und -20 Grad. Selbst im sonst meist milden Frankfurt am Main stieg die Temperatur mittags nicht über -15 Grad. Nach einer Frostabschwächung rollte am 9.2.1956 die zweite Kältestaffel heran. Tiefstwerte unter -20 Grad traten fast landesweit auf, in Sachsen und Bayern ging es an einigen Stationen auf -30 Grad runter. Die Kälte hielt damals bis zum Monatsende an. Am 21.2.1956 wurde am Oberrhein übrigens letztmals die -20 Grad-Marke verbreitet unterschritten. In den 63 Jahren seitdem kam das dort nur noch an vereinzelten Stationen vor. Würde unser Wetter im Wochentakt zwischen dem Februar 1990 und dem Februar 1956 hin und herspringen, hätten wir ein Klima wie in Teilen der USA. Der offizielle Kälterekord stammt aus einer extremen Kältewelle im Februar 1929. Am 12.2.1929 wurden in Hüll, zwischen München und Ingolstadt gelegen, -37,8 Grad registriert. In diesen Tagen fror auch der Rhein das letzte Mal zu.

Die Februarrekorde der Schneehöhe sind regional sehr unterschiedlich. In den westlichen Niederungen liegen sie bei 30 bis 50 Zentimeter (Frankfurt am Main, 5.2.1942: 40 cm; Speyer 2.2.1940: 45 cm). Das Norddeutsche Tiefland lag verbreitet schon unter einer Schneedecke von 70 Zentimetern oder mehr (Schleswig 21.2.1979: 70 cm; Mönchneversdorf, Schleswig-Holstein, 16.2.1979: 95 cm). Im Gebirge sind Werte über einem Meter keine Seltenheit. In Balderschwang (Allgäu, 1044 m hoch gelegen) erreichte die Schneedecke am 25.2.1999 exakt 3 Meter.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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