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Wetterthema

05.02.2019

Milde Atlantikluft

Das neue Jahr ist nun 5 Wochen alt und meistens herrschten in den Niederungen einstellige Plusgrade, vorübergehend gab es auch Tage mit leichtem Dauerfrost. Die 10 Grad-Marke wurde bisher an nur wenigen Orten überschritten. Doch das ändert sich diese Woche noch.

Unsere Grafik zeigt die Wetterlage am Samstag und den Verlauf der Tageshöchstwerte in dieser Woche, exemplarisch für Lahr (westliches Baden-Württemberg) und Hamburg.

Wichtig für die Witterung ist die Richtung, aus der die Luft zu uns strömt. Bisher erreichte uns immer wieder kalte Meeresluft aus Nordwesten. Ab und zu bestimmten auch Zwischenhochs unser Wetter. Vom Temperaturniveau her sind Nordwestlagen im Winter recht unauffällig. Es ist nicht sonderlich mild, aber auch nicht wirklich kalt. Strenge Winterkälte im Flachland gibt es bei uns, wenn kalte Festlandsluft aus Osten oder Nordosten einfließt. Die letzte landesweite und länger andauernde Kältewelle erlebten wir im Februar 2012, vor einem Jahr erreichte uns Ende Februar für kurze Zeit sehr kalte Luft aus Nordwestrussland. Auffallend mild hingegen ist im deutschen Winter Luft vom Atlantik, wie sie uns nun zunehmend erreicht.

Doch die Herkunft der Luftmasse ist im Winter nicht alleine entscheidend dafür, ob es bei uns nun mild oder kalt ist. Wichtig ist auch der Wind. Solange die Wetterlage ruhig ist, kann sich in den Niederungen mitunter kalte Luft halten, auch wenn es in der Höhe bereits mild geworden ist. Genau diese Situation erleben wir im Südosten Deutschlands am morgigen Mittwoch. Die Luftmasse in 1500 Metern Höhe ist mit Werten bis +5 Grad bereits sehr mild. Dennoch herrscht in weiten Teilen Bayerns Dauerfrost. Im übrigen Land steigt die Temperatur am Mittwoch aber bereits meist auf Werte zwischen 5 und 10 Grad. Am kommenden Wochenende wird die Luftmasse in der Höhe kaum eine andere sein. Zwischen einem kräftigen Tief über Nordwesteuropa und hohem Luftdruck im Mittelmeerraum wird die Luftmasse jedoch mit einem lebhaften Wind herangeführt. Der Wind setzt sich bis in die Niederungen durch, die Luftmasse wird besser durchmischt. Damit wird das Wochenende überall milder ausfallen als der morgige Mittwoch. An den beiden Wochenendtagen werden verbreitet Höchstwerte zwischen 6 und 12 Grad erreicht, im Südwesten sind bis zu 14 Grad möglich. Erstmals im Jahre 2019 ist also recht verbreitet mit zweistelligen Höchstwerten zu rechnen. Das Wetter dazu präsentiert sich unter dem Einfluss des Tiefs wolkenreich und teilweise nass. Im Süden ist längerer Sonnenschein möglich, es wird sich also teilweise schon fast frühlingshaft anfühlen.

Trotzdem wäre es zu früh, den Winter abzuschreiben. In der zweiten Februarhälfte und im März kann es noch Wintereinbrüche mit Dauerfrost bis in die Niederungen geben.

Dienstag, 5. Februar 2019

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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