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Wetterthema

11.08.2017

Perseiden im Anflug

Immer im August kann man besonders viele Sternschnuppen sehen. In der Nacht vom 12. auf den 13. wird das Maximum der Perseiden erreicht.

Bereits vor 2000 Jahren wurden im ostasiatischen Raum die Perseiden beobachtet, aber auch in Europa sind sie schon lange bekannt. Es handelt sich zu Recht um ein sehr bekanntes, bewundernswertes Himmelsschauspiel. Die Perseiden sind kleine, meist staubkorngroße Bruchstücke des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Diese Bruchstücke befinden sich in der Umlaufbahn des Kometen, einem sogenannten Meteorstrom. Der Komet Swift-Tuttle umkreist die Sonne alle 133 Jahre, wobei die Erde auf ihrem Weg um die Sonne die Umlaufbahnen der Teilchen kreuzt.

Die Kometenreste durchqueren mit einer immensen Geschwindigkeit von 200.000 Kilometern pro Stunde (ca. 60 km/s) die Erdatmosphäre, wo sie aufgrund der Reibung die Luftmoleküle entlang der Flugbahn ionisieren, zum Glühen bringen und dadurch für kurze Zeit sichtbar sind. Die Helligkeit der Sternschnuppen hängt von der Teilchengröße ab, größere Kometenreste können deutlich heller als die hellsten Sterne am Nachthimmel erscheinen und ziehen einen auffälligen Schweif hinter sich her.

Da die zahlreichen Sternschnuppen ab dem 10. August, dem Namenstag des Märtyrers Laurentius verstärkt auftreten, sind sie in unserem Volksmund auch als „Laurentiustränen“ bekannt. Erst nachdem der belgische Mathematiker Adolphe Quételet 1835 darauf aufmerksam machte, dass diese Himmelserscheinung jeden August vorkommt, wurden nähere Beobachtungen und Zählungen der Sternschnuppen vorgenommen.

Sichtbar sind die Perseiden zwischen dem 17. Juli und bis zum 24. August, nicht umsonst wird der August auch als Sternschnuppen-Monat bezeichnet. Zwischen dem 10. und 14. August verglühen hunderte Perseiden-Staubkörner in unserer Atmosphäre. Oft laden die lauen Sommernächte dieses Monats zur Bewunderung des Himmelsphänomens ein, welches seinen Höhepunkt in der Nacht vom 12. auf den 13. August erreicht.

Am besten kann man die Perseiden in den frühen Morgenstunden von 1:00 Uhr bis 4:00 Uhr, also bis kurz vor der Morgendämmerung bestaunen. Zu diesem Zeitpunkt bewegt sich der Beobachter auf der Erde in den Bereich der höchsten Bruchstückanzahl - entsprechend sind in diesem Zeitraum die meisten Perseiden-Sternschnuppen zu beobachten. Zugleich ist es dann für eine Beobachtung dunkel genug. Wenn das Wetter mitspielt, dürfen sich Himmelsbeobachter auf über 100 Sternschnuppen pro Stunde und damit auf bis zu 2 Meteore pro Minute freuen - genug Gelegenheiten sich etwas zu wünschen.

Freitag, 11. August 2017

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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