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Wetterthema

12.06.2014

Die Gewitterlage im Rückblick

In den letzten Tagen wurde viel über die Unwetter geredet, doch jeder hat die Gewitterlage anders erlebt. Einige hat es voll getroffen, andere bemerkten ein normales Sommergewitter und wieder andere hörten nicht einmal einen Donner.

Ab Samstag, den 7. Juni, erreichte uns auf der Westseite eines Hochs über Italien immer heißere Luft aus Nordafrika. Die Hitze erreichte ihren Höhepunkt am Pfingstmontag mit Spitzenwerten von bis zu 38 Grad am Oberrhein. Die Heißluft konnte über dem Mittelmeer Feuchtigkeit sammeln, so dass sehr viel Energie für die Entstehung von Gewittern bereit stand. In den meisten Teilen Deutschlands wurden die Gewitter zunächst durch das Hochdruckgebiet unterdrückt, im Nordwesten ging es jedoch schon am Sonntag, den 8. Juni, damit los. Die wichtigsten Ereignisse waren folgende:

Sonntag, 8. Juni: Im Tagesverlauf zogen Gewitter aus dem Nordwesten von Nordrhein-Westfalen bis zur Ostsee, wo es mancherorts zu Unwettern kam. Sehr kräftige Hagelgewitter traten auch über dem Rothaargebirge und südöstlich von Hannover auf.

Montag, 9. Juni: Schon in der Nacht gab es in Teilen Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens heftige Gewitter. Am Nachmittag folgten isolierte Superzellen bei Bonn und über dem nördlichen Sauerland sowie einige Gewitter über dem Westen Niedersachsens ehe es weite Teile Nordrhein-Westfalens am späteren Abend besonders heftig traf. Dort erlebte man die schlimmste Gewitter-Orkanfront seit vielen Jahren.

Dienstag, 10. Juni: Die Unwetter aus Nordrhein-Westfalen zogen in der zweiten Nachthälfte unter langsamer Abschwächung ostwärts über das nördliche Sachsen-Anhalt und Brandenburg bis nach Polen. Der Tag zeigte sich erst einmal ruhig. Am Nachmittag krachte es dann östlich des Schwarzwalds, im Norden von Rheinland-Pfalz und über Teilen Frankens, häufig im Zusammenhang mit Superzellen. Das schwerste Unwetter des Tages suchte jedoch Nordhessen heim.

Mittwoch, 11. Juni: In der Nacht gewitterte es in Oberschwaben und an den Alpen. An diesem Tag passierte das meiste schon am Vormittag. Von Hessen aus zogen Unwetter bis nach Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Am Nachmittag traf es noch Teile des Schwarzwalds und die östliche Lausitz.

Wie meistens bei Unwetterlagen hat es bei weitem nicht jeden getroffen. Auf etwa einem Drittel der Fläche gab es im gesamten Zeitraum keine Gewitter. Aber auch in den Gebieten, die in unsrer Grafik rot eingefärbt sind, handelte es sich vielerorts um „normale“ Sommergewitter, nicht aber um Unwetter. Großhagel und Orkan treten oft sehr isoliert auf. Schon wenige Kilometer daneben merkt man davon oft nichts mehr. Wenn im Wetterbericht Unwetter angekündigt werden, gibt es sie meistens auch irgendwo, jeder einzelne wird davon aber selten getroffen.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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