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10.06.2014
Rekordhitze und Unwetter
Das Wetter sorgt zurzeit mal wieder für Schlagzeilen. Das Pfingstfest bescherte einigen Regionen Deutschlands Hitzerekorde und andernorts gab es Unwetter mit großem Hagel und Orkanböen. Am schlimmsten wütete es in Nordrhein-Westfalen.
Das Pfingstfest 2014 war unter Zufuhr von subtropischer Luft aus Nordafrika vielerorts das heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Zugleich purzelten reihenweise Rekorde für Anfang Juni. An etwa jeder dritten Messstationen des Deutschen Wetterdienstes gab es Dekadenrekorde, also Rekorde für den Zeitraum vom 1. bis zum 10. Juni. Nun mag man sich die Frage stellen, warum die Meteorologen oft Dekaden statt ganzer Monate betrachten. Für die meisten Monate ist das sinnvoll. Im Juni beispielsweise ist es gegen Monatsende im Schnitt ein paar Grad wärmer als zu Monatsbeginn und von daher wäre es unfair, Hitzewellen zu Monatsbeginn mit solchen am Monatsende zu vergleichen. Trotzdem gab es Orte, an denen jetzt Hitzerekorde für den gesamten Juni aufgestellt wurden. Unsere Grafik zeigt ein paar Beispiele hierfür. In Saarbrücken, Lahr, Öhringen und Bamberg war es am 9. Juni 2014 so heiß wie nie zuvor in einem Juni. Auffällig ist, dass die alten Rekorde dieser Orte auch noch recht frisch waren, sie stammen aus den letzten 12 Jahren, obwohl an allen gezeigten Orten seit über 60 Jahren gemessen wird. Am heißsteten wurde es mit 37,7 Grad in Rheinau, bei Offenburg am Oberrhein gelegen. Auch am heutigen Dienstag ist es noch recht heiß und schwül, in den Tagen danach kühlt es überall auf ein angenehmeres Temperaturniveau ab.
Neben der Hitze sind Unwetter ein Thema. Sie haben an Pfingsten einige Regionen im Norden und Westen Deutschlands getroffen. Besonders heftige Gewitter gab es dabei am Abend des 9.6. in Nordrhein-Westfalen. Der Sturm richtete vielerorts erhebliche Schäden an und forderte durch umstürzende Bäume leider auch mindestens 6 Menschenleben. Spitzenwerte in voller Orkanstärke wurden aus Düsseldorf (144 km/h) und Aachen (130 km/h) gemeldet. Auch am heutigen Dienstag wird es gebietsweise wieder Unwetter mit Starkregen, Hagel und Orkanböen geben. Sie treten lokal begrenzt auf und sind erst kurz vorher genauer vorhersagbar. Es trifft also nicht jeden, am ruhigsten bleibt es im Osten Deutschlands. Am Mittwoch ist es dann im Norden und Westen ruhiger, während es sonst weitere Gewitter mit Unwetterpotential gibt. Am Donnerstag ist es, vom äußersten Süden abgesehen, ausgestanden.
Dienstag, 10. Juni 2014
Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion