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04.06.2014
Sonnenbrandgefahr
Die Sonne strebt ihrem jährlichen Höchststand entgegen und damit steigt auch die UV-Belastung.
Die Intensität der Sonnenstrahlung hängt davon ab, wie hoch die Sonne am Himmel steht. Anfang Juni sind dies etwa 57 Grad in Flensburg und 65 Grad in Garmisch-Partenkirchen fast so viel wie zur Sommersonnenwende in knapp drei Wochen. Dabei ist die UV-Belastung von der Temperatur unabhängig, ein Sachverhalt, der oft falsch eingeschätzt wird.
Die UV-Belastung wird durch den UV-Index ausgedrückt, welcher Werte zwischen 1 (schwach) und 12 (extrem hoch) einnehmen kann. Ab Freitag steigt dieser Wert in weiten Teilen Deutschlands in den Mittagsstunden auf 6 bis 7 an, in den höheren Lagen des Südschwarzwaldes und der Alpen auch auf Werte darüber. Lediglich im äußersten Norden und im Nordosten ist die Belastung dann gering bis Mittel.
Hochsommerliche Spitzenwerte liegen in unseren Breiten etwa bei 8. Auf den Bergen, wo die schützende Atmosphäre dünner als in den Niederungen ist, können Werte bis 10 erreicht werden. Extrem hohe Belastungen mit Indexwerten von 10 bis über 12 findet man in den inneren Tropen, in den Anden wurden sogar schon Spitzenwerte bis 17 registriert.
Was bedeuten nun diese Werte? Das hängt vom Hauttyp ab. In Deutschland herrscht mit einem Anteil von etwa 80% der Misch-Typ vor. Seine Eigenschutzzeit beträgt etwa 20 bis 30 Minuten. Das ist die Dauer, nach der man bei einem UV-Index von 8 mit Rötungen der Haut rechnen muss. Das Spektrum reicht von unter 10 Minuten beim keltischen Hauttyp bis zu etwa 90 Minuten beim schwarzen Hauttyp.
Also am besten schon an den Sonnenschutz denken. Entweder die Haut bedecken, beispielsweise auch mit einem Sonnenhut, oder eine Sonnencreme mit geeignetem Lichtschutzfaktor verwenden. Der Lichtschutzfaktor vervielfacht die mögliche Aufenthaltsdauer entsprechend. Zum Beispiel kann ein nordischer Typ, der ungeschützt nach etwa 15 Minuten in den Schatten sollte mit Lichtschutzfaktor 20 etwa fünf Stunden in der Sonne bleiben, was zumindest bei Erwachsenen ausreichen sollte, da die UV-Belastung am Vor- und Nachmittag gegenüber den Mittagsstunden deutlich verringert ist. Kinderhaut ist jedoch weitaus empfindlicher und sollte entsprechend sorgfältig geschützt werden. Zudem sollte man seine Augen mit geeigneten Sonnenbrillen vor zu starker UV-Strahlung schützen, um dem Risiko an Grauem Star zu erkranken entgegenzuwirken.
Mittwoch, 4. Juni 2014
Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion