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Wetterthema

23.05.2014

Regenrekorde

Bei Gewittern sind in der Nacht auf Freitag beachtliche Regenmengen gefallen. Welche Rekorde wurden bisher gemessen?

Der intensivste Platzregen wurde in Fulda verzeichnet, wo innerhalb einer Stunde 25,8 Liter herab kamen. Damit wurde die amtliche Unwetterschwelle von 25 Liter pro Stunde knapp überschritten. Dort stand sogar der Bahnhof zwischenzeitlich unter Wasser. Den meisten Regen innerhalb von 24 Stunden gab es bis Freitagfrüh in Schleswig, wo 52 Liter zusammen kamen. Auf der A7 kam es bei Rendsburg nach einem Hagelschauer auf glatter Fahrbahn zu einer Karambolage. Am Freitagnachmittag kann es an der Luftmassengrenze im Osten zu weiteren heftigen Gewittern mit Sturmböen, Hagel und Starkregen kommen.

In Füssen im Allgäu sollen bei einem Gewitter am 25.5.1920 innerhalb von nur acht Minuten 126 Liter pro Quadratmeter gefallen sein. Das ist fast so viel wie das Mai-Soll von 140 Litern.
Der weltweit stärkste Platzregen wurde am 26.11.1970 auf Guadeloupe (Frz. Antillen) gemessen. Dort fielen innerhalb nur einer Minute sage und schreibe 38,1 Liter auf den Quadratmeter. Zum Vergleich: beim Duschen werden etwa 9 bis 18 Liter pro Minute verbraucht.

Innerhalb eines Tages fielen am 12.8.2002 in Zinnwald im Erzgebirge 312 Liter pro Quadratmeter, den Weltrekord hält Cilaos auf der Insel Réunion bei Madagaskar, wo am 15./16.3.1952 1870 Liter auf den Quadratmeter fielen. Die höchste Jahressumme beträgt in Deutschland 3503 Liter auf den Quadratmeter, gemessen 1970 in Balderschwang im Allgäu. Dieser Wert verblasst jedoch gegenüber den 26 461 Litern, die 1860/61 in Cherrapunji, Indien auf einen Quadratmeter fielen. Das entspricht einer Wassersäule von über 26 Metern! Im langjährigen Mittel regnet es dort im Stau des Himalaya durchschnittlich knapp 12 000 Liter pro Quadratmeter, hierzulande sind es etwa zwischen 800 und 1200 Liter.

Die geringste Niederschlagsmenge innerhalb eines Jahres fiel in Deutschland im Jahr 1911 in Straußfurt, Thüringen: 252 Liter pro Quadratmeter. Ganze Monate ohne Niederschlag gibt es auch hierzulande immer wieder, zuletzt verbreitet im April 2007. Die weltweit längste Dürre wurde bisher in Calama in der Atacama-Wüste in Chile beobachtet und dauerte von ca. 1571 bis 1971!

Freitag, 23. Mai 2014

Tim Staeger,

ARD-Wetterredaktion

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