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Wetterthema

20.05.2014

Wärmegewitter

Feuchtwarme Luft bietet ideale Vorraussetzungen für Gewitter. Wann und wo sie entstehen lässt sich jedoch nur kurzfristig vorhersagen.

Am Donnerstag wird es zunächst in der Mitte, am Freitag dann vor allem Im Osten und Südosten das erste Mal verbreitet Hitzegewitter in diesem Jahr geben. Zu ihrer Entstehung bedarf es hinreichend feuchter Luft und genügend Sonneneinstrahlung, welche die bodennahe Lufttemperatur bis zum Nachmittag anheizt. Dann können sich hochreichende Gewitterwolken bilden und das eindrucksvolle Naturschauspiel nimmt seinen Lauf.

Comulonimbus – so der lateinische Name der Gewitterwolke. Frei übersetzt bedeutet das etwa „ambossförmige Haufenwolke“, denn Gewitterwolken türmen sich bis zur Tropopause in etwa 10 km Höhe auf. An dieser Grenze zur Stratosphäre ist die Luft so stabil geschichtet, dass die dorthin aufsteigenden Wolkentürme seitlich auslaufen und sich die typische Ambossform ausprägt. Oft erscheint die Wolke in diesem Bereich etwas ausgefranst, was in diesen Höhen bei unter –50 Grad durch Eiskristalle hervorgerufen wird.

Damit diese gewaltigen Luftmassen bis in diese Höhen aufsteigen können bedarf es sehr viel Energie, die aus der Feuchtigkeit der unteren Luftschichten bezogen wird. Denn die Moleküle des unsichtbaren Wasserdampfes besitzen sehr viel Bewegungsenergie, die sie verlieren, sobald Kondensation einsetzt, sich also Wolken bilden. Nun sitzen die Moleküle im flüssigen Zustand sehr eng beieinander, und mit der verlorengegangenen Bewegungsenergie wurde die umgebende Luft erwärmt.

Und da sich warme Luft ausdehnt, steigt diese wie ein Heißluftballon auf. In der kalten Umgebung kondensiert zusätzlicher Wasserdampf und der Aufstieg wird somit weiter befeuert. Damit ist auch klar, warum eine feuchtwarme Luftmasse zu solch heftigen Gewittern führen kann.

Zunächst muss die feuchte Luft jedoch vom Boden bis zu der Höhe aufsteigen, wo die Umgebungstemperatur so niedrig ist, dass sich die ersten Wolken bilden können. Diese Höhe nennt man das Kondensationsniveau. Dies wird durch die nachmittägliche Erwärmung der unteren Luftschichten erreicht. Denn die Sonnenstrahlung erwärmt den Boden, und dieser dann die Luft direkt darüber. Ist die sogenannte Auslösetemperatur am Nachmittag erreicht, so kann die Luft bis zum Kondensationsniveau aufsteigen und Gewitter beginnen sich zu entwickeln.

Jedoch ist die Bildung eines einzelnen Gewitters immer auch von zusätzlichen Faktoren abhängig. So beeinflusst beispielsweise ein Berg, oder die erhöhte Wärmeabstrahlung über asphaltierten Flächen einer Stadt die lokale Thermik in einer komplizierten Art und Weise. Somit wird ein Gewitter erst etwa 15 bis 60 Minuten vor dem ersten Donnerschlag auf dem Radar sichtbar. Die Zutaten, also feuchtwarme Luft und hinreichend Sonneneinstrahlung sind jedoch ab Donnerstag vorhanden, so dass es hierzulande auf jeden Fall verbreitet Gewitter geben wird. Dabei sind durchaus auch heftige Entwicklungen mit Hagel, Platzregen und Sturmböen möglich.


Dienstag, 20. Mai 2014

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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