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Wetterthema

19.05.2014

Erstmals sommerlich

Mit einer südlichen Strömung gelangt sehr warme Mittelmeerluft nach Deutschland.

Vergangene Woche gab es hierzulande noch Bodenfrost, diese Woche wird nun die 30-Grad-Marke überschritten. Dank einer grundlegenden Umstellung der Großwetterlage steht uns eine erste sommerliche Hitzewelle bevor.

Denn vorderseitig eines Tiefs über der Biskaya wird in den kommenden Tagen feucht-warme Luft aus dem westlichen Mittelmeer weit nach Norden verfrachtet. Bereits am Montag steigt die Temperatur in den Niederungen im Südwesten über 25 Grad, wodurch amtlich ein Sommertag definiert ist. Der Nordosten befindet sich dann zwar noch unter den dichten Wolken des Tiefs „Yvette“, welches für den katastrophalen Starkregen auf dem Balkan verantwortlich war. Diese ziehen jedoch bald nach Skandinavien ab und bringen nur noch im Ostseeumfeld etwas Regen.

In der Folge steigt die Temperatur auch in der Nordosthälfte auf sommerliche Höchstwerte, Mittwoch und Donnerstag gibt es im Südwesten in den Niederungen sogar heiße Tage mit Höchstwerten über 30 Grad. Nach der unterkühlten Witterung, der Mai ist bisher ein bis zwei Grad kühler als im langjährigen Mittel verlaufen, scheint das ungewöhnlich heiß, jedoch sind frühe Hitzewellen um diese Jahreszeit nichts Ungewöhnliches. In Frankfurt am Main wurden am 28. Mai 1892 bereits 34,8 Grad gemessen, in Berlin wurde es an diesem Tag sogar 35,5 Grad heiß.

Die Hitze belastet neben all der Freude auch den Kreislauf, zumal vor allem am Donnerstag im Westen, am Freitag dann auch im Osten die Luftfeuchtigkeit und damit auch die Schwüle deutlich ansteigen werden. Vor allem ältere Menschen bedürfen dann besonderer Aufmerksamkeit. Neben dem obligatorischen Sonnenschutz über die Mittagsstunden ist dann auch auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, ungewohnte körperliche Anstrengungen sollten vermieden werden.

Der Wasserdampf in der Luft ist zudem der Treibstoff für Schauer Hitzegewitter, die sich zunächst nur vereinzelt, am Donnerstag dann aber häufiger bilden können. Dann sind auch unwetterartige Entwicklungen mit Hagelschlag, Starkregen und Sturmböen möglich - das gehört zum Sommer eben auch dazu.

Montag, 19. Mai 2014

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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