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16.05.2014
Sonnenloser Südosten
Das Wochenende steht vor der Tür und pünktlich dazu steigen auch die Temperaturen wieder an. Doch längst nicht jeder in Deutschland wird dabei mit dem Wetter zufrieden sein. Der Südosten kommt richtig schlecht weg, denn die Sonne macht sich rar...
Das Tief Yvette hat auf dem Balkan enorme Niederschläge hintergelassen. Innerhalb der letzten drei Tage (72 Stunden) fielen folgende Regenmengen (in Klammern steht der Anteil am langjährigen Maimonatsregen):
Tuzla/ Bosnien 234 l/m² (285%), Belgrad/ Serbien 173 l/m² (245%) und Oijsek/ Kroatien 98 l/m² (142%).
Serbien hat landesweit den Notstand ausgerufen, in Bosnien und Serbien traten bereits dutzende Flüsse über die Ufer, es wurden ganze Brücken durch die Fluten weggerissen, 2 Menschen starben. In Bosnien sind es die schwersten und ergiebigsten Regenfälle seit Beginn der dortigen Wetteraufzeichnungen vor 120 Jahren. Und Yvette wird in diesen Gebieten noch weitere Niederschläge bringen, die allerdings nicht mehr ganz so üppig ausfallen werden.
Auch in Teilen Deutschlands wird das Tief für ungemütliches Wetter sorgen. Ungemütlich weil, nicht nur vor allem im Osten Regen fallen wird, sondern weil die Wolken von Tief Yvette die Sonne wohl in Teilen der Südosthälfte überhaupt nicht zum Zuge kommen lassen werden. Unsere Abbildung zeigt die zu erwartenden Sonnenstunden am Samstag und Sonntag. Auf den ersten Blick ist zu sehen, dass jeder, der im Nordwesten Deutschlands wohnt, ein richtig sonniges Wochenende genießen kann. In Emden beispielsweise kommen jeden Tag mehr als 10 Sonnenstunden zusammen, weshalb man dort herrliche Grillabende oder Fahrradtouren unternehmen kann, oder man arbeitet im Garten. Dann sollte man jedoch den Sonnenschutz nicht vergessen. Denn die Kraft der Maisonne kann bei ungebräunten Hauttypen schnell zu einem Sonnenbrand führen.
In Passau wird man davon nichts merken. Viele Wolken und zeitweiliger Regen lassen maximal und wenn alles gut geht 4 Sonnenstunden, wohl eher erahnen, als zustande kommen. Das einzig Positive dürfte sein, dass der Regen wärmer wird. Tageshöchstwerte um 20°C machen das Schmuddelwetter wenigstens ein wenig erträglicher.
Dipl.-Met. Michael Köckritz
ARD-Wetterredaktion
16. Mai 2014