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15.05.2014
Es wird sommerlich
Mit der Kalten Sophie enden am heutigen Donnerstag die Eisheiligen und pünktlich dazu bessert sich auch das Wetter. Die Zeichen stehen auf Wärme. In der kommenden Woche hält sogar der Sommer Einzug. Wir schauen einmal genauer hin...
Der 15. Mai markiert das Ende der Eisheiligen Die Kalte Sophie ist es, die nach langjährigen Erfahrungen eigentlich eher dem süddeutschen Raum ihre kalte Schulter zeigen sollte. Doch am Donnerstagmorgen schrammten die Mittelgebirge knapp am Luftfrost vorbei: In 2 Meter Höhe war es in Meinerzhagen im Märkischen Kreis mit +0,2°C am kältesten, gefolgt von Zwiesel im Bayerischen Wald mit +0,3°C. Bodenfrost gab es vor allem im Sauerland sowie im Osten Bayerns. Spitzenreiter mit -2°C waren Meinerzhagen und Eckenhagen in der Gemeinde Reichshof. Deutlich häufiger wurden -1°C registriert, so z.B. in Faßberg in der Lüneburger Heide, in Weiden in der Oberpfalz und in Nennig an der Mosel.
Auch wenn die Nacht zum Freitag nochmals in einigen Mittelgebirgslagen Bodenfrost bringen könnte, der Höhepunkt der kühlen Witterung ist überschritten. Mit großen Schritten geht es nun bei den Höchstwerten auf die 20-Grad-Marke zu. Manch einer wird denken: 20 Grad? Wo doch heute zur Mittagszeit als Spitzenreiter lediglich 15°C in Lenzen an der Elbe verzeichnet wurden? Ja, denn die Wolken mit denen wir es derzeit noch zu tun haben verschwinden am morgigen Freitag weitgehend. Damit kann der hohe Mai-Sonnenstand von knapp 57° seine volle Wirkung entfalten. Die Sonne hat sehr viel Kraft und so werden die Höchstwerte am Freitag oftmals rund 5 Grad über denen des Donnerstags liegen 20°C sind in Sachsen-Anhalt, in Brandenburg und in Brandenburg drin. Nur im Südosten, unter dem Einfluss von Tief Yvette über dem Balkan, bleibt es weiter bei einstelligen Temperaturen.
Doch es geht aufwärts mit den Temperaturen. Unsere Abbildung zeigt einen Ensemble-Temperaturverlauf für Hannover. Ensembles werden dazu verwendet, um die Glaubwürdigkeit der Modellprognosen zu überprüfen. Dabei wird nicht nur ein einziger Lauf gerechnet, sondern es werden viele Läufe prognostiziert. Dabei variiert man von Lauf zu Lauf den Anfangszustand in der Atmosphäre ein kleines bisschen und schaut, wie sich diese minimalen Veränderungen in der Zukunft auswirken. Liegen die verschiedenen Läufe dicht beieinander, so kann man von einer recht verlässlichen Prognose ausgehen. Als ziemlich verlässlich erweist sich dabei die angesprochene Erwärmung, wie es die Temperaturentwicklung in Hannover zeigt. Von 12°C am heutigen Donnerstag geht es am Freitag schon auf rund 19°C und am Samstag dann auf 21°C. Zum Sonntag ist erkennbar, dass sich die einzelnen Läufe ein wenig uneins sind, ob die Erwärmung so ungebremst weiter voranschreitet, oder ob es nicht doch ein kleiner Dämpfer geben könnte. Die Wettermodelle deuten nämlich für Sonntag von Osten her ein Gebiet mit kräftigen Regenfällen an. Die Höchsttemperaturen werden demnach stark davon abhängen, wann dieser Regen aufzieht.
Auf jeden Fall werden sich die Temperaturen in vielen Teilen Deutschlands bereits am morgigen Freitag nach rund 5 Tagen wieder über dem langjährigen Temperaturmittel für Mitte Mai bewegen. Dieses Mittel liegt in Hannover bei 17°C, und so wie es aussieht, bleibt es wohl auch bis weit in die kommende Woche überdurchschnittlich warm.
Verantwortlich für den weiteren Temperaturanstieg ab Dienstag ist ein ausgedehnter Tiefdruckkomplex über der Biskaya, der Warmluft aus Spanien anzapft. Im Laufe der Woche gelangt sie nach Deutschland und wenn die Modelle Recht behalten, dann wird Mitte nächster Woche sogar erstmals in diesem Jahr an der 30-Grad-Marke gekratzt, speziell am Oberrhein. Allerdings wird es keine trockene Wärme sein, die wir da bekommen. Da die Warmluft aus dem Südwesten kommt, sind Schauer und Gewitter vorprogrammiert und auch lokale Unwetter sind möglich.
Noch kurz zum Wetter der kommenden Tage: Der Südosten wird bis zum Samstag auf der Verliererseite liegen, denn die Regenwolken von Tief Yvette wollen nicht weichen. Bessere Chancen auf Sonnenschein gibt es in Richtung Nordwesten. Am morgigen Freitag schafft es die Sonne in einem breiten Streifen von Rheinland-Pfalz bis nach Brandenburg sich für 12 bis 15 Stunden zu zeigen. Auch am Samstag ist der Nordwesten in punkto Sonnenschein der Gewinner: 10 bis 13 Stunden Sonne wird es dann von Kiel bis nach Emden geben.
Dipl.-Met. Michael Köckritz
ARD-Wetterredaktion
15. Mai 2014