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02.05.2014
Nachtfrost
In der Nacht auf Sonntag besteht im Norden und in der Mitte verbreitet Nachtfrostgefahr, in der Nacht auf Montag wird es auch im Süden frostig.
Denn zwischen einem Tief über Skandinavien und einem Hoch über den Britischen Inseln gelangt kalte aber auch trockene Luft polaren Ursprungs aus Norden nach Deutschland. Nächste Woche steigt die Temperatur aber bereits wieder an.
Nachdem der vergangene April hierzulande als der viertwärmste seit Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1881 in die Annalen eingegangen ist, startet der Mai zunächst etwas unterkühlt. Dabei sind Nachtfröste um dies Jahreszeit gar nicht so ungewöhnlich. Man denke nur an die sogenannten Eisheiligen vom 12. bis 15 Mai, die ihren Namen bestimmt nicht wegen der um diese Zeit so häufig auftretenden lauen Sommernächten erhalten haben.
Zwar traten die Eisheiligen bis vor etwa 30 Jahren deutlich regelmäßiger auf, als heutzutage jedoch kann es sogar im Juni auch in Zeiten des Klimawandels durchaus noch Nachtfröste geben. Dabei werden die tiefsten Temperaturen in windschwachen und sternklaren Nächten, wie sie nun bevorstehen kurz vor Sonnenaufgang direkt über dem Boden und vor allem auch in Muldenlagen gemessen. Denn dort sammelt sich die schwere Kaltluft bevorzugt an. Liegt die 5cm über dem Erdboden gemessene Temperatur unter dem Gefrierpunkt, spricht man von Bodenfrost. Luftfrost herrscht dagegen erst, wenn auch die standardmäßig in zwei Metern Höhe aufgestellten Thermometer Werte unter Null Grad anzeigen.
In der Nacht auf Sonntag wird dies vor allem in Muldenlagen in der Norddeutschen Tiefebene sowie in Nordhessen, Thüringen und Franken der Fall sein. Vor allem in den Mittelgebirgstälern sollte man kälteempfindliche Pflanzen jetzt reinholen oder zumindest an die Hauswand stellen oder abdecken. In der Nacht auf Montag wird es dann auch im Süden aufklaren und verbreitet Luftfrost auftreten. Aber auch in der Mitte wird es vor allem wieder in Mittelgebirgstälern und Mulden nochmals kritisch. In den Folgenächten ist dann Frost vorerst kein Thema mehr.
Freitag, 2. Mai 2014
Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion