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Wetterthema

14.04.2014

Nachtfrost

In den kommenden Nächten sinken die Tiefstwerte nochmals verbreitet unter den Gefrierpunkt.

Rückseitig des Tiefs Pepica, welches sich bis Dienstag von Südskandinavien ins Baltikum verlagert, fließt polare Kaltluft nach Deutschland ein, in der sich in vor allem am Montag in der Nordosthälfte Regen- und Graupelschauer entwickeln. Vereinzelt kann es auch Gewitter, im Bergland sogar Schneeschauer geben. Ab Dienstag gerät diese Kaltluft von Westen her unter Hochdruckeinfluss. Dadurch klart es in der darauf folgenden Nacht auf Mittwoch verbreitet auf. Ohne schützende Wolkendecke entweicht die Wärmestrahlung vom Erdboden ungehindert in den Weltraum und die Temperatur sinkt bodennah in den Frostbereich ab.

Nachtfröste im Flachland sind Mitte April nicht ungewöhnlich. Selbst auf Helgoland wurden in der Nacht auf den 15.4.2007 -2,1 Grad gemessen, in Erfurt gab es am 20.4.1996 mit -10,4 Grad sogar strengen Frost. Jedoch ist die Vegetationsentwicklung nach dem milden Verlauf bisher bereits sehr weit fortgeschritten. Die Apfelblüte hat bereits vielerorts eingesetzt, über 2 Wochen früher als im langjährigen Mittel. Beim frostempfindlichen Wein sind sogar die ganzen Austriebe bedroht.

Am Beispiel Fulda erkennt man, dass die kälteste die Nacht auf Mittwoch ist. In der Nacht auf Dienstag behindern Wolken noch die nächtliche Ausstrahlung. Die Nacht auf Donnerstag verläuft dagegen nochmals meist klar, die Tiefstwerte sacken ein weiteres Mal in den Frostbereich, jedoch nicht mehr ganz so verbreitet wie zuvor, da sich die eingeflossenen Kaltluft unter der Aprilsonne bereits ein wenig erwärmen konnte.

Jedenfalls sollte man bis Donnerstag empfindliche Kübelpflanzen rein holen oder zumindest an geschützte Standorte in der Nähe von Häuserwänden verfrachten oder sie mit Folien abdecken. Selbst wenn für den eigenen Standort Tiefstwerte knapp über null Grad vorhergesagt sind, kann es direkt über dem Erdboden, von wo aus die Wärmeabgabe am stärksten erfolgt, nochmal zwei bis drei Grad kälter werden, was bei empfindlichen Pflanzen dann bereits zu Schäden führen kann.

In der Nacht auf Freitag besteht dann voraussichtlich im Süden nochmals Nachtfrostgefahr, im Übrigen Land wird es dann bereits nicht mehr so kalt. Über die Osterfeiertage steigt die Temperatur zwar wieder deutlich an, jedoch wird es auch tendenziell wieder unbeständiger. Wann man wo im Freien ohne Regenschutz auf Eiersuche gehen kann ist am Montag noch unklar.


Montag, 14. April 2014

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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