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07.04.2014
Kaltfront bringt Wetterwechsel
In der Nacht auf Dienstag zieht eine Kaltfront von Nordwesten her über Deutschland.
In der Folge gelangt ein Schwall kühler Meeresluft begleitet von Schauern und Gewittern nach Deutschland und beendet den ungewöhnlich milden Witterungsabschnitt. Dabei fallen vor allem im Norden verbreitet über 10 Liter Regen pro Quadratmeter und entschärfen dort die anhaltende Trockenheit. In der Mitte und im Süden sind es lediglich bis etwa 5 Liter, also eher ein paar Tropfen auf den heißen Stein. Wie kommen eigentlich die typischen Wetterabläufe beim Durchzug einer Kaltfront zustande?
Die Tiefdruckgebiete der mittleren Breiten sind sehr dynamische Gebilde, die aus der Notwendigkeit entstehen, die Temperaturunterschiede zwischen polarer Kaltluft und Subtropischer Warmluft auszugleichen. Durch die Erdrotation kann die Luft diese Gegensätze nicht auf direktem Weg ausgleichen, sondern wird stark abgelenkt. Die dadurch entstehenden Tiefdruckwirbel schaufeln quasi die Warmluft auf ihrer Vorderseite nach Norden und die Kaltluft entsprechend auf ihrer Rückseite nach Süden.
Die vom Tief herangeführte Kaltluft verlagert sich wegen ihrer höheren Dichte schneller, als die Warmluft vor ihr, schiebt sich also quasi von hinten unter die Warmluft vor ihr und hebt diese schnell an, wodurch es zu heftigen Schauern und Gewittern kommt. Nun bilden sich die typischen hochreichenden Haufenwolken und der Wind frischt kräftig auf. Weiterhin gibt es mit Eintreffen der Rückseiten-Kaltluft einen markanten Temperaturrückgang von mehreren Grad Celsius.
Nach Durchzug der Kaltfront kommt es meist zu einer Wetterberuhigung, der Himmel klart auf und die Niederschläge lassen nach. Am Dienstag ist es somit im Nordwesten freundlich und trocken, im Südosten klingen die Schauer erst am Nachmittag ab. Im Tagesverlauf bilden sich jedoch in der kalten und damit auch labilen Luftmasse erneut Schauer und einzelne Gewitter. Dann passt das Wetter wieder besser in den April als in den Tagen zuvor.
Montag, 7. April 2014
Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion