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Wetterthema

03.04.2014

Saharastaub

Aus der Sahara wird dieser Tage immer wieder Staub in Richtung Mitteleuropa verfrachtet. Wie groß sind dabei die Mengen in der Luft und wie ungewöhnlich ist dieses Ereignis?

Schon seit einigen Tagen bringt uns eine beständige Südströmung nicht nur sehr warme Luft, sondern im größerem Maße zeitweise auch Wüstenstaub. Diese feinen Teilchen wurden in Algerien aufgewirbelt und können sich wegen ihrer geringer Masse bei einem Durchmesser von etwa 0,005 bis 0,01 mm lange Zeit in der Luft halten.

Unsere Abbildung zeigt eine Prognose der Staubmenge, wie sie die Universität Athen für den morgigen Freitag herausgegeben hat. Dargestellt ist die Gesamtmasse aller Teilchen, die sich in einer gedachten Luftsäule mit einem Quadratmeter Grundfläche befinden, welche vom Erdboden bis an den oberen Rand der Atmosphäre im Modell reicht.

Ein Strom staubbeladener Luft erstreckt sich ausgehend von Algerien, Tunesien und dem Westen Libyens über das zentrale Mittelmeer hinweg und bedeckt schließlich weite Teile West- und Mitteleuropas. Ein Schub mit Luft besonders hoher Staubkonzentration wird das nördliche Frankreich, den Westen und Süden Deutschlands und Österreich erreicht haben. Gebietsweise liegen die Partikelmengen oberhalb von 5000 mg/qm (=5g/qm). Hochgerechnet auf die Fläche des Saarlands, welches sich genau in diesem Maximum befindet, bedeutet dies ein theoretisches Gewicht an Staub von rund 13000 Tonnen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) werden in der Vertikalen die größten Staubkonzentrationen in circa 2 Kilometern Höhe über dem Erdboden anzutreffen sein. In der Regel finden solche Staub-Vorstöße eher in höheren Niveaus statt – meist zwischen 5 und 8 Kilometern. Vergleichbar starke Ereignisse treten im Durchschnitt ein bis zweimal pro Jahr auf, schwächere allerdings rund einmal pro Monat.


Donnerstag, 3. April 2014

Dipl.-Met. Rainer Behrendt

hr/ARD-Wetterredaktion

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