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24.05.2013

11.01.2013

Wo wird es weiß?

Mitte Dezember 2012 war es in vielen Regionen Deutschlands weiß. Die milde Witterung der vergangenen Wochen hat dem Schnee jedoch den Garaus gemacht. Wir starten sozusagen bei Null. Aber es gibt neues Weiß – Nur wie viel?

Die Temperaturen sind im Minusbereich angekommen. Die Nacht zu Freitag brachte nach rund 3 bis 4 Wochen fast deutschlandweit Nachtfrost. Lediglich das Emsland und die Gebiete am Ober- und Hochrhein meldeten noch über 0°C. Spitzenreiter in Sachen Frost war das Sauerland und Rothaargebirge. In Brilon sank das Quecksilber auf -6,5°C, in Meinerzhagen –5,7°C. In den kommenden Nächten geht es noch weiter runter; bis -13°C sind möglich.

Die Ski- und Rodelgebiete werden nun wieder mit der Beschneiung beginnen, denn in den Mittelgebirgen sind die 70 cm aus dem Dezember schon längst verschwunden. Kunstschnee lässt sich mit Schneekanonen ab etwa -3°C erzeugen. Durch die feine Versprühung von Flüssigwasser, sublimiert das Wasser. Es geht also direkt von der flüssigen in die feste Phase über und wird zu Eis. Dadurch wird der Umgebungsluft Kälte entzogen, oder anders gesagt, die Umgebung wird wärmer. Zeigt das Thermometer 0°C, so kann kein Kunstschnee produziert werden. Man muss dann auf Naturschnee warten.

Den gibt es am Freitag und auch am Wochenende, aber nicht jede Region wird weiß angehaucht. Tief „Carlos“ über Ostpolen lenkt eben nicht nur kalte, sondern auch zumindest etwas feuchte Luft zu uns. Die Abbildung zeigt eine Prognose der zu erwartenden Neuschneemengen bis Sonntagabend. Leer ausgehen werden wohl die Gebiete von Niedersachsen über Nordrhein-Westfalen bis nach Hessen und Franken. Bessere Chancen gibt es im Südwesten der Republik, wo eine Wetterfront 1 bis 5 cm, im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und dem Pfälzer Wald auch bis 10 cm bringen könnte. Weite Teile zwischen Ostsee und Erzgebirge werden wohl wenigstens 1 cm, im besten Fall 5 cm abbekommen. Besser haben es da die Gebiete Osterzgebirge und Lausitzer Gebirge, wo es bis zu 10 cm Neuschnee geben kann.

Gute Chancen auf viel Schnee haben die Gebiete von Angeln (Schleswig-Holstein) über Ostholstein und Mecklenburg bis nach Vorpommern und der Uckermark. Diese Regionen liegen in der Nähe der Ostsee. Sie profitieren vom „Lake-Effekt“. Dieser Effekt tritt bei Nordost-Wetterlagen zutage. Dabei streicht Kaltluft über relativ warmes Ostseewasser. Die Ostsee hat derzeit noch eine Temperatur von rund 5°C. Auf ihrem Weg über das Wasser nimmt die Luft viel Feuchtigkeit auf und erwärmt sich dabei etwas. Es bilden sich Quellwolken, die landeinwärts ziehen und sog. Schauerstraßen bilden. Ihre Feuchtigkeit laden sie jedoch wieder ab, in Form von Schnee. Oftmals überziehen die Schauerstraßen dabei längere Zeit ein und dieselben Gebiete, die dann bis Sonntagabend zwischen 10 und 20 cm Neuschnee abbekommen können. Wohlgemerkt können, nicht müssen, denn es handelt sich um Schauer, die nicht alle Regionen zwischen Angeln und Vorpommern mit Schnee beliefern werden.

ARD-Wetterredaktion
Dipl.-Met. Michael Köckritz
11. Januar 2013

 

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