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19.06.2013

21.12.2012

Weihnachtstauwetter

Pünktlich zu Weihnachten verdrängt milde Atlantikluft den Frost auch aus dem Nordosten Deutschlands.

In etwa sieben von zehn Jahren stellt sich hierzulande pünktlich zu Weihnachten eine milde Westlage ein – das sogenannte Weihnachtstauwetter. Auch dieses Jahr ist es im Westen bereits einige Tage vor Weihnachten schon sehr mild, im Nordosten hält sich jedoch noch Frostluft. Am 24. wird die milde Atlantikluft jedoch landesweist die Oberhand gewinnen.

Dazu fällt vor allem am Sontag auch ergiebiger Regen, im Nordosten sind anfangs auch noch Schnee und gefrierender Regen mit gefährlicher Straßenglätte möglich. Am Montag wird es vor allem im Norden noch regnen wodurch der zuvor gefallene Schnee verbreitet wieder wegtaut. Die Schneefallgrenze wird dann verbreitet oberhalb der Gipfelregionen liegen, selbst in den Alpen steigt sie am Montag vorrübergehend bis über 2000 Meter an –keine guten Nachrichten für Wintersportler.

Diese Wetterlage stellt sich häufig zu Weihnachten ein und beschert dann verbreitet grüne Weihnachten, selbst wenn vorher bereits eine geschlossene Schneedecke vorlag. Besonders ausgeprägt war das beispielweise 1999 der Fall, als am 23.12. in der Mitte und im Süden noch Dauerfrost herrschte. Am 25.12. fegte dann in einer ausgeprägten Westströmung der kleinräumige Orkan Lothar über Süddeutschland und brachte einen Schwall deutlich milderer Luft mit sich. Die Höchstwerte an diesem Tag lagen verbreitet zwischen 7 und 11 Grad. In 2009 herrschte bis zum 20.12. in ganz Deutschland Dauerfrost bis unter -20 Grad – am 24.12 stieg die Temperatur sogar auf der Zugspitze auf fast 3000 Metern Höhe bis nahe an den Gefrierpunkt an. Auch am kommenden Montag wird es vor allem im Süden sehr mild werden – möglicherweise könnten mit bis zu 17 Grad sogar neue Temperaturrekorde für Ende Dezember erreicht werden

Dagegen liegt Deutschland an Weihnachten nur sehr selten komplett unter einer geschlossenen Schneedecke. Zuletzt war dies in 2010, davor in 1981 der Fall. Durch den Klimawandel werden die Winter zwar auch hierzulande milder, jedoch könnte gerade die Globale Erwärmung in Europa zu extremeren Witterungsabläufen führen – sowohl sehr milde Winter als auch Strengwinter mit reichlich Schnee könnten also häufiger auftreten. Ob dadurch Weiße Weihnachten künftig wahrscheinlicher werden ist aber noch ungeklärt.

Das Weihnachtstauwetter ist nicht der einzige Witterungsregelfall im Jahresverlauf. Die Schafskälte Mitte Juni oder der Altweibersommer Ende September werden ebenfalls sehr häufig beobachtet. Dagegen traten die Eisheiligen, letzte Nachtfröste Mitte Mai, in den vergangenen Jahrzehnten immer seltener auf. Die Ursache dieser Regelhaftigkeiten ist bisher noch nicht verstanden, und künftige Untersuchungen könnten auch hier möglicherweise zu neuen interessanten Erkenntnissen führen.

Freitag, 21. Dezember 2012

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

 

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