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Mit der einfließenden Kaltluft ist am Donnerstag die Schneefallgrenze bis in die Niederungen abgesunken.
In Süddeutschland gab es zum Teil beachtliche Neuschneemengen. So wurden auf der Schwäbischen Alb bei Geislingen bis Donnerstagmittag 27 cm Neuschnee gemessen, in Neuhaus im Thüringer Schiefergebirge waren es 23 cm und auf dem Fichtelberg im Erzgebirge sogar 32 cm Neuschnee.
Damit der Schnee auch liegen bleibt muss die Null-Grad-Grenze ebenfalls weit genug absinken. Sie ist die Höhe, oberhalb derer die Lufttemperatur unter dem Gefrierpunkt liegt. Denn bekanntlich wird es ja mit zunehmender Höhe in der Regel immer kälter. Ausnahme von der Regel bilden sogenannte Inversionslagen, bei denen sich Kaltluft am Boden über mehrere Tage sammeln kann. Dies passiert jedoch bevorzugt bei ruhigen und austauscharmen winterlichen Hochdruckwetterlagen, also nicht dann, wenn mit Neuschnee zu rechnen ist.
Die Schneeflocken müssen beim Schmelzen vom festen in den flüssigen Aggregatszustand übergehen. Dafür bedarf es Energie, der sogenannten Schmelzwärme. Diese ist beim Wasser recht hoch und beträgt 334 kJ/kg (Kilojoule pro Kilogramm), bei Quecksilber beispielsweise sind es nur 11,3 kJ/kg. Dieser hohe Wert rührt daher, dass Wassermoleküle im flüssigen Zustand leicht vibrieren und diese Bewegungen aufgrund der besonderen Form des Wassermoleküls auf recht unterschiedliche Arten ausführen können. Jedes dieser sogenannten Freiheitsgrade erfordert zu seiner Anregung Energie, welche aus der direkten Umgebung des Moleküls bezogen wird.
Die Schneeflocke entzieht also beim Schmelzen ihrer Umgebung Energie in Form von Wärme, die in der Luft enthalten ist. Die Lufthülle um die Flocke kühlt dadurch ab und verlangsamt dadurch den Schmelzvorgang. Bis das filigrane Sechseck sich nun in einen Regentropfen verwandelt hat, kann es also recht tief in wärmere Luftschichten fallen. Typischerweise liegt dadurch die Schneefallgrenze etwa 200 Meter unter der Null-Grad-Grenze.
Schön ließ sich das am Donnerstag im 300 Meter hoch gelegenen Passau beobachten, wo die Schneefallgrenze im Tagesverlauf von 500 Meter auf unter 300 Meter absank. So ging der Regen am Vormittag dort auch zunächst in Schneeregen und am Nachmittag dann in Schnee über. Da jedoch die Null-Grad-Grenze dort von anfangs 800 Meter nur bis auf etwa 400 Meter absank, blieb die weiße Pracht dort leider nicht liegen.
Donnerstag, 29 November 2012
Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion