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Wetterthema

27.07.2021

Wechselhafte Hundstage

Man kennt die Hundstage oft als sommerlich heiße Wetter Periode im Sommer. Dieses Jahr läuft es allerdings etwas anders. Ein stabiles Hoch ist nicht in Sicht und somit bleibt auch das Sommerwetter mit großer Hitze und viel ungetrübtem Sonnenschein vorerst aus.

Gehen wir zunächst der Begriffsfindung der Hundstage auf den Grund. „Sirius“ ist der hellste Stern am Nachthimmel und wird als Teil des Sternbildes „Alpha Canis Majoris“ oder „Großer Hund“, auch „Hundsstern“ genannt. Nachdem Sirius eine Zeit lang am Tage nicht sichtbar war, taucht er dann plötzlich kurz vor Sonnenaufgang wieder auf. Dieses Phänomen wird als „heliakischer Aufgang“ bezeichnet.

Der Aufgang des Sirius wurde als Beginn der Hundstage angesehen und hat seinen Ursprung im antiken Griechenland und dem Römischen Reich. Damals war Sirius schon am 19. Juli wieder zu sehen. Das Sternenbild verschiebt sich aber nach und nach und mittlerweile kann man in der nördlichen Hemisphäre Sirius erst Ende August wieder am Sternenhimmel beobachten. Diese Völker brachten den Aufgang von Sirius mit großer Hitze in der nördlichen Hemisphäre in Verbindung. Die genaue Periode der Hundstage hat keine einheitliche Definition. Jedoch wird eine ähnliche Bezeichnung in vielen Ländern für die heißen Tage zwischen Ende Juni bis Anfang September benutzt.

Bisher blieben wir von dieser großen, lang anhaltenden Hitze verschont. Anders sieht es in anderen Ländern dieser Erde aus. Angefangen hatte es mit einer rekordträchtigen Hitzewelle im Nordwesten der USA und Kanada. Sie gilt als Jahrhundertereignis und die höchsten Temperaturen wurden zwischen dem 25. Und 30. Juni verzeichnet. Teilweise wurden die bisherigen Temperaturrekorde um mehrere Grad überboten. Mit 49,5 Grad Celsius wurde im kanadischen Lytton ein markanter Temperaturrekord erreicht. Dieser Ort brannte einen Tag nach seinem Rekord durch nahegelegene Waldbrände ab. Mit etwa 39 Grad wurde außerdem in der kanadischen Stadt Fort Smith die höchste Temperatur nördlich des 60. Breitengrades gemessen.

Auch Mitte Juli ließ die Hitze die USA nicht los. Jedoch beschränkte sich die nächste Hitzewelle vorrangig auf die Staaten Kalifornien, Nevada und Arizona. Es wurden abermals Temperaturrekorde geknackt. So z.B. mit 49 Grad Celsius in Palm Springs, Kalifornien und Las Vegas in Nevada kam auf 47 Grad Celsius. Bei diesen Temperaturen kann einem schon einmal hundeelend werden. So hohe Temperaturen wurden bisher noch nie in Europa gemessen. Seit Mitte Juli gab es aber auch in Spanien schon mehrere Tage jenseits der 40 Grad Marke.

Uns bleiben solche Temperaturen zum Glück vorerst erspart. In den kommenden Tagen bleibt es wechselhaft mit Sonne, Wolken und gebietsweise Schauer oder Gewittern. Die Temperaturen bewegen sich grob zwischen 20 und 30 Grad Celsius. Sommerliche Temperaturen haben wir so zwar oft schon, aber ein richtiges ungetrübtes Sommergefühl lässt noch auf sich warten.

Dienstag, 27. Juli 2021

Pila Bossmann
ARD-Wetterredaktion

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