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Wetterthema

06.04.2021

Der April macht, was er will

Nachdem Ende März noch einige Temperaturrekorde geknackt wurden und es vielerorts über 25 Grad warm wurde, zeigt sich eine Woche später der April von seiner winterlichsten Seite. Polare Kaltluft gelangt bis nach Deutschland und sorgt verbreitet für wechselhaftes Aprilwetter mit einem breiten Wetter-Spektrum von Sonne über Schnee- und Graupelschauer bis hin zu einzelnen Gewittern.

Vielerorts gab es heute Morgen eine weiße Überraschung. Grund dafür ist das Zusammenspiel des ausgeprägten Hochdruckgebiets PEGGY über dem Nordatlantik und des markanten Tiefdruckgebietes ULLI über Skandinavien. Dazwischen wird polare Kaltluft direkt von Grönland sehr weit südlich herangeführt und hat im Nachgang einer Kaltfront am Ostermontag auch ganz Deutschland geflutet. Die Luftmasse hat auch in über Deutschland in einer Höhe von etwa 5 km nur Temperaturen von rund -40 Grad und ist damit die kälteste Luftmasse, die für den April möglich ist.

So kalte Luft in der Höhe begünstigt durch ihre sehr labile Schichtung die Bildung von Schauern und Gewittern. Da die Luftmasse zusätzlich über die „warme“ Nordsee strömt, wird sie mit Feuchtigkeit angereichert und Schauer können sich noch besser ausbilden. Die Folge ist ein stetiger und rascher Wechsel von sonnigen Abschnitten und zum Teil kräftigen Schauern und einzelnen kurzen Gewittern. Da die Luft auch am Boden relativ kalt ist und die null Grad Grenze vor allem auch im Norden und in der Mitte bei etwa 500 Höhenmetern liegt, fällt vermehrt Schnee und Graupel aus den Schauern. In den tieferen Lagen können sich auch Regentropfen untermischen. Mancherorts wird es dann richtig weiß, der Schnee bleibt meist aber nicht lange liegen und schmilzt in den kurzen sonnigen Abschnitten schnell wieder weg. Die Aprilsonne ist schon sehr stark und so steigen die Temperaturen auch auf bis zu 7 Grad im Flachland bei Sonnenschein.

In der Nacht zum Mittwoch lässt die Schaueraktivität zwar etwas nach, jedoch zieht auch schon in der zweiten Nachthälfte ein kleines Randtief von Nordwesten nach Deutschland und bringt zunächst im Norden und Westen verbreitet Schneefall auch bis ins Flachland. Vor allem in höheren Lagen bleibt der Schnee oft auch einige Zeit liegen, während er in den tieferen Lagen schnell schmilzt. Aber schon am Vormittag geht der Schneefall von Westen her unterhalb von 300 Metern meist in Schneeregen oder Regen über und es wird schlichtweg nasskalt und ungemütlich. Im Tagesverlauf breitet sich das Niederschlagsgebiet bis in den Südosten aus, wobei zuerst meist Schnee fällt und sich später dann auch bis in den Süden Tropfen untermischen können.

Nach Durchzug des kleinen Tiefs beruhigt sich das Wetter ab Donnerstag wieder und es fallen nur noch vereinzelt ein paar Tropfen. Am Freitag wird es mit Höchsttemperaturen von 7 bis 19 Grad auch wieder deutlich milder. Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad, wie Ende März, sind in der nächsten Zeit aber nicht zu erwarten.

Dienstag, 6. April 2021

Pila Bossmann
ARD-Wetterredaktion


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