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Wetterthema

20.03.2020

Heute ist Frühlingsanfang

Heute war es soweit, um genau 4:49 Uhr mitteleuropäischer Zeit hat die Sonne den Himmelsäquator von Süd nach Nord überschritten. Einfacher ausgedrückt, es ist kalendarischer Frühlingsanfang.

Kalendarischer Frühlingsanfang bedeutet Tagundnachtgleiche. Wie es sich aus dem Wort erschließen lässt, hat der heutige Tag und die heutige Nacht jeweils 12 Stunden. Somit wurde er in unserem Kalender astronomisch festgelegt.

Der meteorologische Frühlingsanfang findet jedes Jahr am 1. März statt. Dies hat weniger was mit den typischen Wettererscheinungen zu tun, sondern das ist vielmehr historisch bedingt. Die Meteorologen haben vor der elektronischen Datenerfassung Monatsmittelwerte leichter erfassen können. Um die Vergleichbarkeit von Vergangenheit und Gegenwart zu wahren, wurde dieser Tag auf den Monatsanfang gelegt. Es lassen sich so 4 Jahreszeiten mit jeweils 3 Monaten bis zur Wetteraufzeichnung 1881 miteinander vergleichen und Klimatrends können aus diesem Grund besser ableitet werden.

Was erwartet uns nun wettertechnisch an unserem kalendarischen Frühlingsanfang? Und warum ist es an einem Septembertag in der Regel wesentlich wärmer als an einem Märztag?

Leider muss man sich auf Frühlingswärme noch etwas gedulden. In den nächsten Tagen erreichen uns kalte Ostwinde, die besonders die gefühlte Temperatur tief in den Keller treibt. Trotzdem ist es häufig sonnig und der Regen, den wir aus diesem Winter gewohnt sind, verschont uns ab Sonntag auch mal längere Zeit. Wer sich einen windgeschützen Ort sucht, kann die Sonne durchaus genießen.

Der Sonnenstand ist nämlich genauso hoch wie am 22. September. Am Frühlingsanfang kann die Temperatur durchaus frostige Temperaturen erreichen, das ist im September eher unwahrscheinlich. Der kälteste März seit Beginn der Wetteraufzeichnung gab es 1883 mit einer durchschnittlichen Temperatur in Deutschland von -1,7 Grad. Im September hingegen wurden lediglich im Jahr 1912 9,1 Grad erreicht. Die durchschnittliche Temperatur im März im 30-jährigen Mittelwert von 1981 bis 2010 lag bei 4,3 Grad und im September bei 13,5 Grad. Der Grund dafür ist hauptsächlich das Kältereservoir im Norden und Nordosten von Europa. Dort ist es im März noch sehr kalt. Werden diese Luftmassen durch eine Nord- oder Nordostanströmung nach Deutschland geleitet, dann kann es nochmal klirrend kalt werden. Umgekehrt ist es im September in hohen Breiten noch sehr mild, bei einer Nord- oder Nordostlage können dann nur mäßig kühle Luftmassen transportiert werden.

Freitag, 20.03.2020

Elias Arndt
ARD-Wetterredaktion

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