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Wetterthema

13.02.2020

Ein wiedererstarkender Polarwirbel

Auch wenn der Polarwirbel diese Saison meist stärker war als im klimatologischen Mittel, wird in den kommenden Tagen wohl der zweithöchste Peak in diesem Jahr erreicht.

Viele Leser*innen dürften mit der oben gezeigten Grafik erst einmal nur recht wenig anfangen können. Daher nun zuerst einmal ein paar grundlegende Details.

Der Polarwirbel ist ein großräumiges Höhentief, das jeden Winter über dem Nordpol sehr stark ausgeprägt ist. Die Stärke des Polarwirbels erkennt man anhand des zonalen Windes, der oberhalb von 65° nördlicher Breite in etwa 10 hPa (etwa 36 km Höhe) gemessen wird. Man könnte gut und gerne auch sagen, dass der Polarwirbel im Winter der Antriebsmotor für die uns so bekannten Westwetterlagen ist.

Und da kommt die Grafik oben ins Spiel. Zu sehen ist im dunkelgrauen Bereich die Standardabweichung von 1 Sigma (dies enthält etwa 68 % aller Werte) und im hellgrauen Bereich die Standardabweichung von 2 Sigma (enthält etwa 95 % aller Werte).

Die blaue Linie zeigt den bisherigen zonalen Wind (m/s) seit Juni 2019, die daran anknüpfende rote Linie die Prognose des amerikanischen Wettermodells für die kommenden Tage.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass die Chancen für ordentliches Winterwetter in den kommenden Tagen in Mitteleuropa recht gering sind. Der Polarwirbel wird wieder stärker und bleibt auch laut Prognose erst einmal oberhalb der jahreszeitlichen Durchschnittswerte. Auch wenn sich dadurch zaghaftes Berglandwinterwetter nicht negieren lässt, so stehen die Zeichen doch eher auf eine Fortdauer der Westwetterlage bis Ende Februar.



Donnerstag, 13. Februar 2020

Marcel Herber
ARD-Wetterkompetenzzentrum

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