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05.09.2019

Hurrikan Dorian

Hurrikan Dorian hat sich mittlerweile von den Bahamas losgerissen und zieht die Ostküste der USA entlang nach Nordwesten. Dieser Sturm teilt sich den ersten Platz auf der Rangliste der stärksten Stürme, die auf Land trafen mit einer Windgeschwindigkeit 295 km pro Stunde.

Am 24. August entstand der tropische Sturm Dorian aus einer tropischen Welle, einem Bereich hoher Gewitteraktivität, auf Höhe Venezuelas im Atlantik. Vier Tage später hatte sich das Sturmsystem schon zu einem Hurrikan der Stufe 1 verstärkt und erreichte am 31. August die Kategorie 4, bzw. die Kategorie 5 am darauffolgenden Tag mit maximalen, über eine Minute gemittelten, Windgeschwindigkeiten von 295 km in der Stunde  (Kategorie 1: 119 bis153 Km/h, Kategorie 2: 154 bis177 Km/h, Kategorie 3: 178 bis 209 Km/h, Kategorie 4: 209 bis 251 Km/h, Kategorie 5: größer als 251 Km/h). Mit diesen verheerenden Windgeschwindigkeiten und einer Menge Niederschlag im Gepäck traf Hurrikan Dorian auf die Bahamas. So hoch die Windgeschwindigkeiten rund um das, auf Satellitenbildern gut zu sehende Auge, auch ist, so niedrig ist die Zuggeschwindigkeit solcher Systeme. Die Zugbahn und -geschwindigkeit von solchen Systemen sind geprägt von dem steuernden Fluss der umliegenden Hoch- und Tiefdrucksysteme. Bei Dorian war diese Konstellation so ungünstig, dass dieser Fluss fast gänzlich zum Erliegen kam und Dorian so für mehrere Stunden über den Bahamas festhing. Die Folgen für die Bahamas waren katastrophal. Tausende Häuser wurden zerstört und 20 Menschen kamen bisher ums Leben.

Die stärksten Winde und Regenfälle findet man bei einem Hurrikan in der sogenannten Augenwand, direkt um das oft wolkenarme Auge herum. Bei starken Hurrikans kann es passieren, dass sich das Auge nach und nach verkleinert und fast nicht mehr sichtbar ist. Verstärken sich dann noch die Windgeschwindigkeiten und Regenfälle in den äußeren Regenbändern durch zunehmende Gewitteraktivität, bilden diese einen zweiten Ring um das Auge und bewegen sich langsam Richtung Zentrum. Zunächst wird dadurch die Energiezufuhr der ursprünglichen Augenwand abgeschnürt und der Sturm schwächt sich ab. Haben die äußeren Regenbänder dann jedoch die Inneren ersetzt, ist der Zyklus vollzogen und der Sturm kann sich wieder verstärken. Dieses Phänomen nennt man zyklische Eyewall-Neubildung und war in schwacher Form auch bei Dorian zu beobachten. Zunächst schwächte sich Dorian bis zum 3. September wieder auf die Kategorie 2 ab. Der Sturm setzte sich aber am 3. September auch wieder in Bewegung und zieht momentan nordwestlich an der Ostküste der USA entlang und verstärkte sich nach erneuter Energiezufuhr über dem warmen Wasser wieder auf Kategorie 3.

Für die gesamte Ostküste der USA wurden entsprechende Warnungen herausgegeben. Durch Dorians weitere Zugbahn, inklusive einer sogenannten außertropischen Umwandlung, sorgt er auch in Europa ab Mitte nächster Woche für eine größere Unsicherheit bei den mittelfristigen Wettervorhersagen.


Donnerstag, 05. September 2019

Pila Bossmann
ARD-Wetterredaktion

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