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Wetterthema

10.10.2018

Hurrikan "Michael"

Der tropische Wirbelsturm "Michael" trifft in den kommenden Stunden auf Land und sorgt dort für Überflutungen, Starkregen und heftige Windböen.

Hurrikan "Michael" liegt derzeit nur noch wenige Kilometer von der Küste Floridas entfernt im Golf von Mexiko. Gut 4 Wochen, nachdem die US-Ostküste von Hurrikan "Florence" getroffen wurde, zieht nun der nächste Sturm auf. Aktuell hat Michael einen Kerndruck von 934 Hektopascal (hPa), Tendenz weiter fallend.

Im Laufe des Nachmittages und Abends (etwa 13 Uhr Ortszeit USA) trifft "Michael" mit den stärksten Böen, die Rund um das Auge des Sturms auftreten, an Land. Im Tiefdruckzentrum selbst ist es meist sonnig und nur schwach windig, während der Hurrikan nur wenige Kilometer weiter seine Muskeln spielen lässt. Derzeit liegen die stärksten, mittels Sonden gemessenen Böen bei knapp 230 km/h. Dies entspricht, nach Kriterien der für Hurrikans bestehenden Saffir-Simpson-Skala, einem Major Hurrikan der Kategorie 4.

Derzeit werden im Bereich Florida "Panhandle" – Südost Alabama – Südwest Georgia für die kommenden 3 Tage 200 bis 250 Liter Regen pro Quadratmeter berechnet. Aber auch vom Meer her droht enorme Gefahr. "Michael" drückt mit wahnsinniger Kraft eine Art Sturmflut vor sich her. Dies führt in den Küstenbereichen Floridas zu Überschwemmungen von mehr als 3 Metern Höhe. Auch in den noch immer von Hurrikan "Florence" verwüsteten Gebieten könnte sich die Lage wieder verschlechtern. In North- und South Carolina werden ebenfalls

Geht "Michael" als Kategorie 4 Hurrikan an Land, wäre dies für den Monat Oktober rekordverdächtig. Insgesamt gab es dies seit 1893 erst 4-mal. Letztmalig schaffte Hurrikan "Hazel" 1953 in den Carolinas den Landgang als Kategorie 4 Hurrikan im Oktober. Michael wäre somit der erste Hurrikan seit 65 Jahren, der so spät im Jahr mit derartiger Kraft in den USA an Land geht.

Über Land selbst wird dem Hurrikan dann recht schnell die Energie entzogen, die er noch zuvor vom bis zu 30 Grad warmen Golf von Mexiko erhalten hat. In den Folgetagen wird Michael recht schnell in den Polarfrontjet eingebunden und wandert in Richtung Nordatlantik, wo er im Laufe der kommenden Woche, als außertropisches Tief, möglicherweise Einfluss auf das Wetter in Europa nehmen könnte.



10. Oktober 2018

Marcel Herber
ARD-Wetterredaktion

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