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Wetterthema

09.07.2018

Regen in Sicht

Im Verlauf dieser Woche wird sich beim Wetter etwas tun, es wird in Regionen Deutschlands nass, die seit Wochen vom Regen weitestgehend ausgespart geblieben sind. Welche Wetterlage steckt dahinter und wie viel Regen ist zu erwarten?

Wie schon in den letzten Wochen häufig liegt auch jetzt hoher Luftdruck über Nordwesteuropa. Doch während Tiefdruckgebiete zuletzt meist großzügig um Deutschland herumgeführt wurden oder unser Land nur streiften, verlagert sich nun ein Tief von Südskandinavien nach Deutschland. Dieses Tief ist vor allem in höheren Luftschichten ausgeprägt, während der Luftdruck am Boden eigentlich recht durchschnittlich ist. In der Meteorologie spricht man von einem Höhentief oder Kaltlufttropfen. Die Temperatur in 5500 Metern Höhe wird innerhalb des Tiefs auf knapp unter -20 Grad sinken. Sie liegt damit 10 Grad unter den Werten der letzten Woche. Dadurch wird die Schichtung der Luft labilisiert und es gibt Schauer und Gewitter.

Das Tief wandert bis Dienstag in die Mitte Deutschlands und zieht sich anschließend bis Freitag nur langsam nach Nordosten zurück. Mit diesem Tief gibt es nicht nur viele Wolken, sondern ab Dienstag auch vermehrt Schauer und Gewitter. Mit etwas Glück wird es im Osten Deutschlands sogar mal länger anhaltend kräftig regnen. Die Chance hierfür besteht am Mittwoch und Donnerstag. Die Regenmengen werden in Deutschland recht verschieden ausfallen. Im Westen und Südwesten fällt fast nichts bis maximal 10 l/m². Dann gibt es einige Regionen mit 10 bis 30 l/m und im Osten regnet es noch mehr. Dort wird das Tief am längsten verweilen.

Günstigerweise bekommen also die Regionen am meisten Regen ab, in denen die Trockenheit mit am schlimmsten ist. Trotzdem kann man noch keine völlige Entwarnung geben. Eine Linderung der Trockenheit steht in Aussicht, ob das auch ihr Ende sein wird, ist noch unsicher. Das hängt davon ab, was sich das Wetter in weiterer Folge einfallen lässt. Außerdem stellt unserer Regenvorhersage ein vereinfachtes Mittel aus drei Vorhersagemodellen dar. Da der meiste Regen bei Schauern und Gewittern fällt, wird die Verteilung des Regens real deutlich ungleichmäßiger erfolgen. Wer Pech hat, bekommt nicht viel ab, obwohl es in der Umgebung ausreichend regnet.

Montag, 9. Juli 2018

Dr. Ingo Bertram
ARD-Wetterredaktion

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