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Wetterthema

28.05.2018

Gefühlte Temperatur

Worin unterscheiden sich gemessene und gefühlte Temperatur?

Der menschliche Körper reguliert seine Temperatur in einem sehr schmalen Bereich und ist dabei doch sehr stark schwankenden äußeren thermischen Bedingungen ausgesetzt. Je nach Wetterlage kann dabei die gefühlte Temperatur sehr stark von der gemessenen abweichen. Um diese Abweichung abzuschätzen findet ein sogenanntes Energiebilanzmodell des Menschen Verwendung.

In diesem Modell wird die Anpassungsleistung der menschlichen Thermoregulation betrachtet. Befindet sich die Temperatur in einem behaglichen Bereich, ist die Thermoregulation kaum gefordert und man fühlt sich in dieser Hinsicht wohl. Bei extremen äußeren Bedingungen kann die Regulierung der Körpertemperatur aufwendig und dadurch der Kreislauf entsprechend belastet werden. Vor allem für ältere Menschen, Kinder, sowie Menschen mit einem geschwächten Herz-Kreislauf-System ist eine Hitzewelle sehr belastend.

Neben der Temperatur ist auch die Luftfeuchtigkeit ein weiterer wichtiger Faktor, der die Thermoregulation beeinflusst. Denn umso feuchter die Luft ist, desto geringer ist die Verdunstung des Schweißes auf der Haut und damit der Kühl-Effekt. Des Weiteren spielt auch die Windgeschwindigkeit eine Rolle, denn bei starkem Wind wird die isolierende Luftschicht über der Hautoberfläche verwirbelt, wodurch der Wärmefluss über die Haut verstärkt wird. Das kann bei Hitze willkommen sein, im Winter wird durch diesen sogenannten Windchill aber die Auskühlung beschleunigt. Neben diesen atmosphärischen Faktoren wirken sich noch die isolierende Wirkung der Kleidung sowie die körperliche Aktivität auf die gefühlte Temperatur aus.

Diese Faktoren fließen nun in das oben angesprochene Energiebilanzmodell ein, in welchem der sogenannte Klima-Michel quasi als Ottonormalverbraucher seinen Dienst tut und, immer der Jahreszeit angemessene Kleidung trägt und sich bei Hitze auch nicht zu starker körperlicher Belastung aussetzt. Trotzdem wird er in den kommenden Tagen über die Nachmittagsstunden vielerorts einer hohen Wärmebelastung ausgesetzt sein. Lediglich an den Küsten und ab Dienstag im Südwesten besteht keine oder nur eine geringe gesundheitliche Gefährdung durch Hitze, jedoch ist vor allem im Süden Bayerns und Baden-Württembergs die UV-Belastung besonders hoch.

Montag, 28. Mai 2018

Tim Staeger
ARD-Wetterredaktion

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